Unwahrheiten verbreitet

Leserbrief von Helmut Wickel vom 20. Mai. Es ist gut und recht, wenn sich Herr Wickel seinen Frust von der Seele schreibt. Nicht zulässig und möglicherweise von strafrechtlicher Relevanz ist allerdings die Verbreitung von Unwahrheiten, wie in seinem letzten Leserbrief geschehen. So behauptet Wickel, das ornithologische Gutachten (...) für den Windpark 1 sei in meinem Hause gefertigt worden. Er diffamiert damit nicht nur mich als Geschäftsführer der WNE GmbH sondern auch die zuständigen Mitarbeiter der Kreisverwaltung.


Wahr ist, dass das Gutachten von einem Fachbüro für Landschaftsplanung erarbeitet wurde (...). Bewusst missverständlich nutzt Wickel auch den Ausdruck „privilegiertes Bauvorhaben“ im Zusammenhang mit meiner Person. Wickel weiß genau, das ein privilegiertes Bauvorhaben ein solches ist, welches nach Baugesetzbuch zu genehmigen ist, wenn kein Flächennutzungsplan mit Ausschließlichkeit vorliegt, wie das in Bad Laasphe der Fall ist.


Wickel bezeichnet die Gegend um den Alertsberg als „neue Industrielandschaft“`. Das ist natürlich grober Unsinn. Ich will das begründen: 1. Für jedes Windrad wurde ca. 1,6 ha Land genutzt; das macht bei einer gesamten Waldfläche von ca. 1 400 ha in diesem Bereich ca. 12,8 ha und damit weniger als 1 Prozent der Waldfläche aus (...).


2. Ich widerspreche energisch der Behauptung, dass sich die Windanlagen negativ auf den Tourismus auswirken (...). Im Übrigen wird Wickel auch durch die Statistiken über zunehmende Übernachtungszahlen in der Hotellerie widerlegt.


3. Das auch von Wickel an die Wand gemalte Gespenst „Infraschall“ ist von vielen Institutionen ernsthaft untersucht worden (...). Dabei fand sich kein Nachweis auf von einer Windkraftanlage ausgehende gesundheitliche Gefahren (...).
4. Wickel beklagt den landschaftlichen Reiz und den Wert des NSG Wabachtal, den er gefährdet sieht. Das Baugesetzbuch schreibt exakt den Abstand von Windkraftanlagen zu NSGs vor. Dieser Abstand ist bei allen Anlagen eingehalten. Auch sei daran erinnert, das der Bauplatz der Familie Wickel einst dieselbe Landschaftsqualität besaß wie das Wabachtal, in dessen Verlängerung das Baugebiet vor den Hasseln liegt. Kein Mensch würde ernsthaft heute die Umwidmung in Bauland beklagen.


5. Eine böswillige Unterstellung ist es ferner, dass sowohl ich selber wie auch alle am Genehmigungsverfahren beteiligten Behörden es „billigend in Kauf nähmen, dass ihren Mitmenschen Schaden zugefügt wird“. Grade um solchen Schäden vorzubeugen, hat der Gesetzgeber hohe bürokratische Hürden vor der Genehmigungserteilung aufgebaut (...).


6. Schließlich kritisiert Wickel die „überhastete und unüberlegte“ Energiepolitik der rot-grünen Landesregierung. Bei diesem Ärger scheint er die Gefahr der Erderwärmung durch eine zunehmende CO2-Konzentration und die sich daraus ableitende Sorge der Behörden auszublenden (...).
L.F. Prinz Wittgenstein