Unfallflucht kostet Lkw-Fahrer 5400 Euro Strafe

Bad Berleburg..  Einen Tag vor Heiligabend verursachte ein 51-jähriger Dortmunder ohne Fahrerlaubnis mit einem Lastwagen einen Unfall in Bad Berleburg und flüchtete anschließend, ohne sich um den Sachschaden in Höhe von 1500 Euro zu kümmern. Dafür musste er sich am Freitag vor dem Berleburger Amtsgericht verantworten.

Weil dem Angeklagten der Führerschein vorübergehend entzogen worden war, hatte er sich im Dezember Urlaub genommen, damit sein Chef keinen Wind von dem Fahrverbot bekommt. Doch am 23. Dezember musste er eine Sonderfahrt nach Bad Berleburg für seine Firma übernehmen. Nachdem der Auslieferungsfahrer einen Supermarkt beliefert hat, wendet er und fährt unabsichtlich gegen das Rolltor eines Bad Berleburger Unternehmens.

Vor Gericht zeigte sich der 51-Jährige geständig: „Nachdem ich es bemerkte, bin ich ausgestiegen, habe mir das Tor und mein Fahrzeug angeschaut und anschließend bei der Firma geklingelt. Dort meldete sich niemand“, so der Angeklagte.

Anschließend entfernte er sich aber vom Unfallort. Mit dieser Unfallflucht hatte der Mann aber kein Glück, denn Zeugen haben den Vorgang beobachtet und verständigten die Polizei.

Einschlägige Vorstrafen

Am Freitag musste sich der Lastwagenfahrer deswegen vor Gericht verantworten. Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel fordert wegen seiner vielen Vorstrafen – unter anderem wegen Diebstahls, Unfallflucht und häufigem Fahren ohne Führerschein – 180 Tagessätze zu je 30 Euro und einen Führerscheinentzug von zehn Monaten. „Er wollte nichts schönreden und zeigt Einsicht. Außerdem kümmert er sich um eine neue Arbeitsstelle als Krankenpflegeassistent. Das habe ich berücksichtigt“, sagte die Anklägerin.

Als Verteidiger forderte Rechtsanwalt Frank Henk eine niedrigere Geldstrafe, und sein Mandant bat in seinem letzte Wort um eine kürzeren Führerscheinentzug.

Richter Torsten Hoffmann folgte allerdings dem Strafantrag der Oberamtsanwältin, da der Angeklagte bei seiner Tat wegen einer Vorstrafe unter laufender Bewährung stand. Die Kosten des Unfallschadens übernimmt der inzwischen ehemalige Arbeitgeber des Lkw-Fahrers.