Umtausch-Geschäft brummt trotz widriger Witterung

Das Umtausch-Geschäft läuft - wie hier im Bad Berleburger Mode- und Sport-Haus Krug.
Das Umtausch-Geschäft läuft - wie hier im Bad Berleburger Mode- und Sport-Haus Krug.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Winter kann die Wittgensteiner Verbraucher nicht schocken, auch Gutscheine werden derzeit eifrig eingelöst. Gefragt sind natürlich vor allem Wintersachen.

Wittgenstein..  Schnee in Massen, glatte Straßen – und dann raus mit dem Auto zum Umtausch unliebsamer Weihnachtsgeschenke oder zum Gutscheine-Einlösen? So manch ein Wittgensteiner wird sich das in diesen Tagen gut überlegt haben. Aber: Die Händler in der Region sind mit dem Geschäft nach Weihnachten offenbar ganz zufrieden.

„Die Kunden kamen am vergangenen Samstag schon – trotz des Wetters“, berichtet Bernd Petzolt, 1. Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Pro Bad Laasphe“. Bekanntlich hatte es an diesem Tag stundenlang geschneit. „Aber das kann die Wittgensteiner nicht schocken“, weiß Petzolt.

„Das Geschäft bei uns läuft gerade wegen der Witterung“, freut sich Stefan Wonsyld vom Mode- und Sport-Haus Krug/Begro an der Bad Berleburger Bahnhofstraße. Die Nachfrage bei warmen Winterjacken, Schals und Mützen zum Beispiel habe in den letzten Tagen „deutlich angezogen“. Dafür sei es noch in den Tagen vor Weihnachten draußen einfach „zu mild“ gewesen, vermutet Wonsyld.

Internet-Konkurrenz spürbar

Und dann natürlich die Einkäufe mit geschenktem Bargeld oder auf Geschenk-Gutschein – „da wird’s auch nach Weihnachten bei uns ein bisschen hektisch“, schmunzelt der Filialleiter. Tatsächlich ist die Kunden-Schlange vor der Kasse an diesem Nachmittag nicht gerade kurz.

Henrike Weiand, die an der Siegener Straße in Erndtebrück Bücher, Schreib- und Spielwaren verkauft, ist froh, dass bislang „nicht zuviel“ umgetauscht wurde. Gerade „Bücher sind da ganz gezielt gekauft worden“, sagt die Händlerin. „Und kaputt war auch nichts“, ist Weiand erleichtert darüber, dass die zum Weihnachtsfest gekauften Spielwaren offensichtlich heil bei den Beschenkten angekommen sind. Eingelöst würden jetzt vielmehr die zahlreichen Gutscheine, für die sich vor allem Kinder im Laden etwas aussuchten, hat auch Weiand bemerkt. Ist gerade im Geschäft rund um Weihnachten das Internet als Konkurrenz für die Einzelhändler spürbar? „Das kann man erst sagen, wenn der Monat ‘rum ist“, sagt Händler Bernd Petzolt. Er hat allerdings auch die Erfahrung gemacht, „dass die Kunden sehr gut informiert in den Laden kommen“ – und zwar dank Internet.

„Das Internet spüren wir schon“, sagt auch Buchhändlerin Henrike Weiand – „obwohl es ja im Geschäft der gleiche Preis ist“, gibt sie Buch-Käufern zu bedenken. Stichwort: Buchpreis-Bindung. Und so ein Versand wie Amazon könne seinen Kunden eines eben nicht bieten: fachliche Beratung.

Lange Donnerstage im Advent 2015

„Was wir in diesem Jahr gemerkt haben: Es wird immer öfter auf den letzten Drücker eingekauft“, stellt Bernd Petzolt fest. Deshalb sei von Montag bis Mittwoch vor Weihnachten in der Laaspher Altstadt viel los gewesen. Aber auch schon beim Lichterabend am Freitag davor, wo die Geschäfte bis 21 Uhr offen hatten.

Angesichts der Resonanz kann sich der Vorsitzende der Werbegemeinschaft deshalb gut vorstellen, im Advent 2015 lange Donnerstage bis 20 Uhr anzubieten. An verlängerten Donnerstagen seien ohnehin die Banken länger offen und deren Schalter gut besucht, so Petzolt, hätten auch die Frisöre vor Ort abends schon positive Erfahrungen in Sachen Kunden-Resonanz gemacht. So eine Aktion müsse man nur gut bewerben.