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Konzert

Ulrich Stötzel und Reinhold Felthaus begeisterten in Wingeshäuser Kirche

15.03.2010 | 17:30 Uhr
Ulrich Stötzel und Reinhold Felthaus begeisterten in Wingeshäuser Kirche

Wingeshausen. „Obwohl wir uns in der Passionszeit befinden, wollen mein Kollege Reinhold Felthaus und ich uns an diesem Abend musikalisch nicht ausschließlich auf das Leiden Christi konzentrieren”, bekundete der Siegener Organist Ulrich Stötzel in der Kirche zu Wingeshausen.

Er sei zum ersten Mal in dem Kirchengebäude und begeistert von dem herrlichen Schmuckstück, das die Dorfbevölkerung mit samt der neuen Orgel ihr Eigen nennen kann, gab der Organist unumwunden zu.

Die Kirche in Wingeshausen hat in den vergangenen Jahren einen enormen Aufschwung in punkto kirchenmusikalische Unterhaltung genommen. Das besagen unter anderem auch die sehr stark gestiegenen Besucherzahlen, die auf die Beliebtheit der Veranstaltungen verweisen. Der Raum erfährt natürlich durch Spitzenmusiker wie Ulrich Stötzel und Reinhold Felthaus weiterhin an Bedeutung.

Barock und Spätbarock

Die beiden Siegener konzentrierten sich in ihrer Komponistenauswahl vornehmlich auf Werke des Barock und des Spätbarock, wobei die deutschsprachigen Musiker überwogen. Heinrich Scheidemann (1596-1663) verfasste bereits sehr frühe Orgelwerke und seine Stücke sind als die ältesten überhaupt bekannt. Von ihm erklang das „Praeambulum in g”. Das „Präludium und Fuge in a-moll” beschreibt für den Zuhörer ein Werk unglaublicher Kühle, die im Schlusssatz ihren Höhepunkt erfährt.

Mit beneidenswerter Gelassenheit nahmen die beiden Musiker die Intonation der zwei Schübler-Choräle von J. S. Bach auf, der hier den norddeutschen Kompositionsstil wählte und gerade dem Präludium Vorrang bescherte.

Hochland der Musik

Aus dem Hochland der Musik stammen die beiden Zeitgenossen Giuseppe Torelli (1658-1709) und Giovanni Buonaventura Viviani (1638-1692). Ihnen schenkten Ulrich Stötzel und Reinhold Felthaus hinsichtlich des Lamento im Bass (Viviani), welches das Leiden Christi interpretierte, gesteigerte Aufmerksamkeit.

Die Frühklassik des Engländers John Stanley (1713-1786), der mit seinem empfindsamen Stil und dem Festivo die klassische Sonatenform zu Gehör brachte, schien eines der Favouriten der Musiker zu sein. Mit Inbrunst, stoische Ruhe ausstrahlend, gaben sich beiden den Instrumenten hin. Sie malten Musik mit ganzem Körpereinsatz und Orgel und Trompete fungierten als Ausdruck ihrer tiefen Seelenverbundenheit mit den Akkorden und jeder einzelnen Note.

Christiane Weinhold

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