Ulmensplintkäfer nur am Fraß zu erkennen

Eberhard Engelbach (Mitte), Ehefrau Else und Joachim Dienst am ersten Tag der Käferausstellung.
Eberhard Engelbach (Mitte), Ehefrau Else und Joachim Dienst am ersten Tag der Käferausstellung.
Foto: Heiner Lenze

Diedenshausen..  Eberhard Engelbach hat die wohl wichtigste Frage bereits in der Ankündigung der Ausstellung gestellt – und auch gleich beantwortet: „Warum eine Käfersammlung?“

Die Anfänge dieser Sammlung gehen bis zu seiner Ausbildung zum Revierförster zurück, erläutert der 79-Jährige aus Battenberg. Humor hat der Pensionär übrigens auch, denn mit „Käfer“ sind nicht attraktive Damen auf der Frankfurter Zeil gemeint. Es geht um Käfer, die von Bäumen und Sträuchern leben, Holz aufschneiden, damit Bakterien und Insekten eindringen und totes Holz zersetzen.

Wertvolle Mineralien

Das wiederum ergibt wertvolle Mineralien, die dann als Dünger einer kommenden Pflanzenwurzel wieder zur Verfügung stehen, erklärt Eberhard Engelbach im Beisein seiner Ehefrau Else und Joachim Dienst den idealen Naturkreislauf.

Der Battenberger hat in seinen Schaukästen aber auch Plagegeister hinter Glas gebracht, die sich nicht an den Kreislauf halten – unter anderem den Borkenkäfer, der auch gesunde Bäume angreift. Zudem macht der pensionierte Revierförster deutlich, dass es „den einen Borkenkäfer“ gar nicht gibt, es sind mittlerweile mehr als 130 Arten ausgemacht.

Vorbildlich verhält sich hingegen der Hirschkäfer, der sich ausschließlich von abgestorbenen Eichen ernährt.

Wer die spannende Ausstellung bis Ende April im Heimathaus besucht, könnte theoretisch auch den gefürchteten Ulmensplintkäfer zu sehen bekommen. Auch ihn hat der Hesse hinter Glas gebracht, doch da gibt es ein Problem: „Der Käfer ist so klein, dass man ihn nur am Gang und somit am Fraß wahrnehmen kann. Deshalb hat der Naturfreund stets die Lieblingshölzer der einzelnen Gattungen beigelegt.

Bei seiner Forschungsarbeit hat Eberhard Engelbach festgestellt, dass Käfer in Sachen Nahrung sehr wählerisch sind. Zu jedem Gesellen kann er eine Geschichte erzählen, auch zum Eremit. „Diese Käferart sucht sich einen alten, hohlen Baum und verbringt dort sein ganzes Leben. Nur zur Paarung verlässt er kurz sein Domizil.

Laut dem Experten sind „alle Käfer nützlich, außer wenn sie dem Menschen ins Handwerk pfuschen.“ Sehr angetan von der neuen Hauptattraktion im Heimathaus zeigte sich bei der Ausstellungseröffnung Joachim Dienst. Er möchte die Schau auch Kindergartenkindern und Grundschülern zugänglich machen. Aber auch in seiner Heimat Battenberg wird die Käferschau regelmäßig inspiziert, auch von Studenten aus Göttingen, die vor ihrem Staatsexamen stehen. Jeder der Holzkästen ist nämlich auch mit den notwendigen Informationen versehen.