Überall ein Stück Dödesberg. Das ist ein Trost

Angelika Kreutter hat eingeladen und ganz, ganz viele Freunde sind in das Atelier am Dödesberg zur Abschiedsausstellung kommen. Mit der Tochter des bekannten Bildhauers Wolfgang Kreutter und Enkelin des Drechslers, Holzbildhauers und Malers Ludwig Florin geht die dritte Künstlergeneration und verlässt das Anwesen.
Angelika Kreutter hat eingeladen und ganz, ganz viele Freunde sind in das Atelier am Dödesberg zur Abschiedsausstellung kommen. Mit der Tochter des bekannten Bildhauers Wolfgang Kreutter und Enkelin des Drechslers, Holzbildhauers und Malers Ludwig Florin geht die dritte Künstlergeneration und verlässt das Anwesen.
Foto: WP

Dödesberg..  „Es ist ein Abschied von drei Generationen von Atelier und Haus.“ Mit diesem Worten beschreibt Angelika Kreutter das Außergewöhnliche, was an diesem Wochenende am Dödesberg passiert. In kaum einem Haus in Wittgenstein steckt so viel Kunst und künstlerisches Schaffen wie in dem 150 Jahre alten Fachwerkhaus, seinen Werkstätten und dem Atelier. Ludwig Florin (†1985) hat hier gedrechselt, als Holzbildhauer und später als Maler gewirkt. Sein Schüler und späterer Schwiegersohn Wolfgang Kreutter (†1989) schuf hier Entwürfe für seine weit über Deutschland hinaus bekannten Bildhauerarbeiten und Tochter Angelika Kreutter hat ihre künstlerische Arbeit in diesen lichtdurchfluteten Räumen fortgesetzt. Im Grunde bis heute. „Das ist ein besonderer Ort für besondere Menschen“, hatte auch Paul Breuer in seinem Grußwort gesagt. Er ist ein Schulkamerad von Angelika Kreutter und Schüler des Gymnasial-Kunstlehrers Wolfgang Kreutter gewesen.

Kunst für jeden Geldbeutel

An diesem Wochenende kommen die Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und Collagen dreier Generationen einer Künstlerfamilie zueinander: Stile, Werkstoffe und Techniken mischen sich. Aber es ist eben keine Werkschau, sondern eine Abschiedsausstellung. Da ist es fast schon sinnbildlich, dass Angelika Kreutter wegen einer Verletzung eine Krücke braucht: „Ich gehe am Stock. Der Grund ist, dass ich mich von diesem Ort verabschieden muss. Das ist eine sehr emotionale Situation.“ Damals habe ihre Großmutter schon vorausgesagt, dass die Hausherrin mit ihren Geschwistern die letzte Generation der Familie am Dödesberg sein werde. „Wir haben damals vehement widersprochen, aber jetzt kommt es doch so.“

Dennoch ließ Kreutter im Kreise von zahlreichen Freunden, Familienmitgliedern und Künstlerkollegen, keinen Platz für zu große Traurigkeit. Im Mittelpunkt stand eine Vernissage mit schöner und vielsagender Kunst, die mit dem Hausverkauf gleichzeitig auch ein neue Bleibe braucht. Die Hausherrin hat auf 60 Quadratmetern im Rheinland schlicht keinen Platz mehr für all die Bilder und Skulpturen. Dass sich das Werk verstreut, klingt erstmal traurig, aber Angelika Kreutter tröstet sich mit der Vorstellung, dass dann „überall ein Stück Dödesberg“ fortlebt. Neben der Kunst werden auch die restlichen Bildbände zum Werk von Ludwig Florin am Wochenende angeboten. Vom Verkaufserlös fließen jeweils zwei Euro als Unterstützung an den Jugendförderverein Bad Berleburg.