Über die Endlichkeit des Lebens
05.11.2007 | 17:35 Uhr 2007-11-05T17:35:53+0100Bad Berleburg. (cw) Der Monat November mit seinen besinnlichen Gedenktagen Allerheiligen, Totensonntag und Volkstrauertag gibt sehr vielen Orchestern und Chören Anlass, ihre Konzerttätigkeit musikalisch auf diese Zeit abzustimmen. ...
Dies machten sich jetzt auch die beiden Kammerchöre Bad Berleburg und Schmallenberg in der Berleburger Stadtkirche zur Aufgabe.
Unter der Leitung des Schmallenberger Organisten, Ulrich Schauerte, der dem Kammerchor Schmallenberg bereits seit 34 Jahren seine besondere Note verleiht und bei den Berleburger Sängern seit zwei Jahren den Ton angibt, erlebten zahlreiche Zuhörer Georg Friedrich Händels (1685-1759) Trauer-Anthem (HWV 264). Komponiert hat Händel dieses Werk, das innerhalb weniger Tage zur Vollendung kam, zur Trauerfeier der englischen Königin Karoline 1737 in der Londoner Westminster Abtei. Tief betroffen vom Tod der Monarchin, mit der ihn eine enge künstlerische Freundschaft verband, ersann der Musiker eine bewegende Hymne, die jedoch nach Angabe Ulrich Schauertes leider bis zum heutigen Tag in Chor- und Orchesterkreisen geringe Beachtung fand und die nach Ansicht des Organisten eines der besten Chorwerke Händels überhaupt darstellt.
Die Uraufführung in London wurde einst mit 80 Sängern und 200 Instrumentalisten dargeboten. In Berleburg konnte Schauerte mit 45 Chormitgliedern und einem kleinen Orchester von 6 Streicherinnen (Violinen und Bratschen) sowie einer Querflötistin der Musikschule Hochsauerland aus Schmallenberg aufwarten. An der Orgel begleitete die Gattin des Musikers Marlies Kevecordes-Schauerte.
Die Trauer-Ode, unterteilt in neun Chöre, vier Choräle und drei Soli erbrachte in allen Nuancen die Schmerzhaftigkeit über den Verlust eines Menschen. Die Botschaft des Werkes umfasst allerdings auch die Zuversicht des Gläubigen an die Auferstehung und das ewige Leben in Gott.
Nahezu jede Zeile erschließt dem Zuhörer Hoffnung und den unbedingten Halt am Schöpfer in den schwersten Stunden vor dem eigenen Tod und auch dem Ableben eines nahestehenden Menschen. Die Ergriffenheit des Komponisten übermittelten die Sänger und Musiker mit Hingabe. Mit stark emotional gefärbter Gestik unterstrich Ulrich Schauerte sein Dirigat ganz intensiv und ließ dem Gefühl der eigenen Berührtheit von der Tatsache der Endlichkeit des Lebens freien Lauf.
Für die Konzertbesucher war die Aussage des Werkes aufgrund der hervorragenden Darbietung der Künstler unmissverständlich nachvollziehbar und hinterließ eine tiefe Emotionalität. Was jedoch zu Beginn des Konzertes für einiges Stirnrunzeln und Missstimmung sorgte, ist der neuerdings erhobene obligatorische Eintritt. In der Vergangenheit erbat der Chorleiter lediglich eine kleine Spende als Honorar.
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