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Tiernotdienst

Tierbesitzer sollten sich informieren

02.08.2010 | 16:31 Uhr
Tierbesitzer sollten sich  informieren
Dalmatiner mit Erste-Hilfe-Tasche | Dalmatian dog with first aid equipment Hund Reiseapotheke, zur einmaligen Verwendung, Ein Herz für Tiere, Fotovermerk: Juniors

Wittgenstein.Wittgenstein. Für alles gibt es in Wittgenstein einen Notdienst. Aber was, wenn Hund, Katze, Maus Hilfe brauchen?

Einem Rentner aus Bad Berleburg ist vor Kurzem beispielsweise Folgendes widerfahren: Bei einem Spaziergang durch die freie Natur macht sein Vierbeiner schmerzhafte Bekanntschaft mit einem Stacheldrahtzaun. Die Verletzungen im Halsbereich sind so gravierend, dass sie genäht werden müssen. Unglücklicherweise ist Samstag, und der Tierarzt seines Vertrauens ist telefonisch nicht zu erreichen. Eine Bandansage, wer Vertretung hat, vermisst der Pensionär ebenfalls. Auch der Versuch, andere Tierärzte zu kontaktieren, bleibt nach seinen Angaben erfolglos. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als den verletzten Hund ins Auto zu packen und Winterberg anzusteuern. Dort gibt es einen tierärztlichen Notdienst. Hund und Herrchen konnte geholfen werden.

„Nicht gut gelaufen“, kommentiert Tierarzt Jürgen Löcherbach (Leimstruth) auf Anfrage unserer Zeitung. Leider habe der Betroffene im Vorfeld etwas Entscheidendes vergessen, wie es leider häufig bei Klein- und Großtierbesitzern der Fall sei: Was passiert, wenn ein Notfall meines Tieres eintritt?

Auf Wittgensteiner Terrain besteht kein allgemeiner tierärztlicher Notdienst. So ein Notdienst sei aufgrund der tiermedizinischen Anforderungen an Groß- und Kleintiere auch gar nicht oder nur sehr schwer durchzuführen, so der Veterinär. Die Struktur der Wittgensteiner Praxen besteht aus zwei Kleintierpraxen und fünf Praxen, die Klein- und Großtiere behandeln. Ein reiner Kleintierpraktiker ist nach heutigem Standard nur sehr eingeschränkt, wenn überhaupt, in der Lage einen Großtiernotfall zu versorgen, schließlich seien Medikamente, notwendige Instrumente und Einrichtungen doch sehr unterschiedlich. Genauso geht es einem reinen Großtierpraktiker bei einem Kleintiernotfall. Alles muss dem Bedarf eines Groß- bzw. Kleintieres angepasst sein. „Ein Notdienst wäre rein theoretisch machbar, aber ich glaube nicht, dass sich dies in absehbarer Zeit hier verwirklichen wird“, erklärt Jürgen Löcherbach. Die Kleintierpraxen sind regelmäßig am Wochenende nicht erreichbar.

Das ist aber gar nicht so schlimm wie es scheint. „Viele der Tierarztpraxen in Wittgenstein - allerdings nicht alle - versorgen ihr Klientel selber“, so Jürgen Löcherbach. Das heißt, die Praxen sind 24 Stunden am Tag und auch am Wochenende besetzt. Dieser Service ist allerdings in erster Linie an die Praxis gebunden. Wenn Löcherbachs selbst nicht im Dienst sind, beispielsweise Urlaub machen, ist stets eine Vertretung in der Praxis zu Diensten, die Tieren im Notfall mit EKG, Ultraschall, Röntgengerät oder mit notwendigem Labor wieder auf die (vier) Beine hilft.

Am eingangs besagten Tag sei kein entsprechender Notruf aus Bad Berleburg eingegangen, so Löcherbach.

Wie der Hund des Rentners kann jedes Tier schnell zum Notfall werden. Wichtig ist, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie, wo und von wem so ein Notfall auch außerhalb der Praxiszeiten, nachts und am Wochenende versorgt werden kann.

Hainer Lenze

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