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Landart

Tannenzapfen und Moos statt Ölfarben

07.09.2012 | 19:00 Uhr
Tannenzapfen und Moos statt Ölfarben
Tannenzapfen,Foto: Steffen Stark

Hohenroth/Bad Berleburg. Um Kunst zu machen, braucht man Ölfarbe, Pastellkreide, eine schneeweiße Leinwand, Kohlestifte, gutes Licht und viel Fantasie. Oder doch nicht? Wie wäre es mit Tannenzapfen, Gras, kleinen Steinchen, einem verdorrten Ast oder Moos? Mitten im Wald? Ein neues Projekt der sozialpädagogischen Gruppenarbeit des Diakonischen Werkes Wittgenstein, das durch die großzügige Unterstützung des „Lions Club Wittgenstein“ verwirklicht werden konnte, ist derzeit unter dem Titel „Landart“ im Waldinformationszentrum Forsthaus Hohenroth zu besichtigen.

Kinder im Wald

Unter der Projektbezeichnung „Landart“ schwärmten in einer ganztägigen Gemeinschaftsaktion Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren mit unterschiedlichem Unterstützungs- und Förderungsbedarf im September vergangenen Jahres zu einer kurzen Wanderung in einem Waldgebiet in Bad Berleburg aus. Die Jungen und Mädchen wurden von sozialpädagogischen Fachkräften und der Diplom-Bildhauerin Sonja Hansmann-Burda begleitet.

An einer Stelle im Wald machte die Gruppe halt und sah sich intensiv um. Die Begleitpersonen waren darum bemüht, die Wahrnehmung der Kinder für die Natur, die Farben und Formen zu schärfen. Und so kam es dazu, dass die Dinge des Waldes eine andere Bedeutung bekamen.

Wo die Kinder sonst nur vielleicht über die Waldwege geflitzt wären und Steine mit ihren Schuhen weggekickt hätten, war diesmal Aufmerksamkeit gefordert. Ähnelte der Stein, der sonst im Graben gelandet wäre, nicht einer schiefen Nase? Und sah der trockene gebogene Ast nicht aus wie das Lächeln aus schmalen Lippen?

Viel über die Natur gelernt

Nur zu Beginn gab es vonseiten der Sozialpädagogen kleine Aufgabenstellungen, so zum Beispiel einen Kreis zu legen oder ein Fantasietier zu erfinden. Sehr schnell aber, so die Diplom-Bildhauerin Sonja Hansmann-Burda, „fingen die Kinder emsig an, ihre Ideen umzusetzen und zeigten dabei ein gutes Durchhaltevermögen.“ Als Nebeneffekt bekamen die Teilnehmer wichtige Informationen über giftige oder essbare Pflanzen, über den respektvollen Umgang mit Pflanze und Tier.

Vorrangig ging es bei diesem Projekt darum, die Wahrnehmungsfähigkeit und das ästhetische Empfinden der Kinder anzuregen, um dadurch schöpferisches Tun in Gang zu bringen – natürlich Gegebenes und künstlerische Eingriffe zu einer neuen Einheit zu verbinden.

Klar war, dass die kleinen entstandenen Kunstwerke im Wald verbleiben sollten: das lächelnde Gesicht mit den dreieckigen Steinen, der Steinturm, sorgfältig aufgestapelt, die Kette aus Blättern und Borke rund um den Fichtenstamm oder das Fabeltier und die Blumen aus Tannenzapfen. Um aber die kleinen Kunstwerke am Ende des Tages zu erhalten, hatten die Verantwortlichen einen Fotografen mit ins Boot geholt, der die vergänglichen Arbeiten professionell ablichtete.


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