SUZ will neue Fachkräfte anlocken

Schmallenberg..  Der demografische Wandel und internationale Krisen haben auch Auswirkungen auf heimische Unternehmen. Im Interview mit dieser Zeitung sprechen Annabel Butschan und Gernot Miller aus dem Team der Wirtschaftsförderung „Schmallenberg Unternehmen Zukunft“ über Strategien, um diesen Prozessen zu begegnen.

Frage: Welche Bilanz ziehen Sie nach dem Jahr 2014 aus wirtschaftlicher Sicht?

Gernot Miller: Die Arbeitslosenquote ist nach wie vor gering, sie lag im Dezember bei 3,3 Prozent.Das spricht für die Schmallenberger Wirtschaft. Und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist gestiegen – das zeigt eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Auch die Unternehmer haben uns signalisiert, dass sie im Großen und Ganzen mit ihrer Entwicklung zufrieden sind.

Sehen Sie trotzdem Herausforderungen, die auf die Unternehmer zukommen?

Miller: Laut Prognosen der Ökonomen wird die Entwicklung der Weltwirtschaft gegenüber 2014 rückläufig sein. Dies wird sich natürlich auch auf die heimische Wirtschaft auswirken, da in Schmallenberg auch international tätige Firmen ansässig sind.

Das Thema Fachkräftemangel ist aktuell und wird sich zukünftig verstärken. SUZ hat dies früh erkannt und Maßnahmen entwickelt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Inwiefern?

Annabel Butschan: Wir haben das Projekt Fokus Schule und Wirtschaft ins Leben gerufen und dadurch die Kontakte der Schulen zu den Unternehmen verbessert. Über den Ausbildungsatlas, der in den Schulen verteilt wird, informieren wir die Schüler über die ansässigen Unternehmen und verschiedene Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten hier in Schmallenberg. Die dritte Auflage wird den Schülern noch in diesem Frühjahr präsentiert. Außerdem findet unter der Federführung von SUZ alle zwei Jahre eine Ausbildungsmesse statt. Das Ziel ist es, Fachkräfte und junge Menschen zu halten, neue zu gewinnen und so zu einer Zuzugsregion zu werden.

Wie kann das gelingen?

Miller: Das Wichtige ist, dass Netzwerke entstehen und man ein Gefühl von Heimat bekommt. Die sozialen Kontakte sind genauso wichtig wie der Arbeitsplatz. Deshalb haben wir einen Neubürgerempfang eingeführt, bei dem sich zum Beispiel auch die Vereine vorstellen, um neue Mitglieder zu gewinnen. Darüber hinaus wollen wir die ehemaligen Schmallenberger, die zum Studium oder zur Ausbildung weggegangen sind, über die neuen Medien erreichen und sie wieder für ihre Heimatstadt zurückgewinnen.

Wie wird der Fachkräftemangel bisher spürbar?

Miller: Es gibt Branchen, die länger nach geeigneten Mitarbeitern und Auszubildenden suchen müssen als andere. Je spezialisierter das Unternehmen ist, desto komplexer wird die Suche. Darauf haben sich aber viele Unternehmen schon eingestellt. Sie bilden sozusagen ihre eigenen Spezialisten aus.

Welche Branchen betrifft das?

Miller: Das sind vor allem einzelne Handwerkssparten und die Gesundheitsindustrie. Und auch die Hotellerie und Gastronomie. Da spielen aber mehr die Arbeitszeiten als die Spezialisierung eine Rolle.

Arbeitskräfte zu gewinnen ist das eine, Sie als Wirtschaftsförderung sind ja auch daran interessiert, dass neue Unternehmen entstehen oder hierherziehen. Was tun Sie dafür?

Butschan: Punkten können wir wie schon gesagt vor allem mit weichen Standortfaktoren. Um die harten zu stärken, haben wir zum Beispiel den Breitbandausbau im Gewerbegebiet Lake vorangetrieben. Wir verfolgen weiterhin den Ausbau der Straßen, um die Anbindung Schmallenbergs ans Autobahnnetz zu verbessern. Für die Unternehmen ist aber natürlich auch die geringe Gewerbesteuer attraktiv.

Miller: Außerdem stehen wir den Unternehmern als Dienstleister und Servicepartner zur Seite und kooperieren dazu eng mit der Stadtverwaltung.