Suche nach Wohnraum

Am ehemaligen Klärwerkerhaus dienen bereits Container zur Unterbringung von Flüchtlingen.
Am ehemaligen Klärwerkerhaus dienen bereits Container zur Unterbringung von Flüchtlingen.
Foto: WP

Erndtebrück..  Der dramatische Anstieg der Flüchtlingszahlen stellt die Gemeinde Erndtebrück vor große Probleme. In einem Aufruf hat sich die Verwaltung mit der Bitte an die Bürger gewandt, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Bis zur Fertigstellung gemeindeeigener Unterkünfte würden insbesondere Wohnungen für Flüchtlingsfamilien gesucht, weil die Kommune nicht mehr über genügend Kapazitäten verfüge, um die Neuankömmlinge angemessen unterzubringen.

Zahlen steigen ständig

„Wir haben im ganzen letzten Jahr 31 Flüchtlinge aufgenommen. Seit Weihnachten sind es aber schon 25 und am Freitag kommen zwei weitere hinzu“, schildert Beigeordneter Thomas Müsse die Größenordnung des Anstiegs, der vom Land zunächst auf rund 60 Prozent geschätzt wurde. Die Zahlen sind inzwischen schon auf 70 Prozent nach oben korrigiert. Den Aufruf sieht Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel als Chance, kurzfristigen Bedarf zu decken: „Ich möchte ungern mit Containern arbeiten.“

Das muss die Gemeinde ohnehin schon. Am ehemaligen Klärwerkerhaus sind solche Lösungen bereits im Einsatz, allerdings auch schon alle belegt. Im äußersten Notfall, so Thomas Müsse, sei dort noch etwas Platz für zusätzliche Container: „Es ist die pure Not, wir stoßen an Grenzen.“ Noch aber setze man auf anmietbaren Wohnraum. „Wir haben auf die Schnelle bereits drei Wohnungen angemietet. Eine vierte ist in der Prüfung.“ Seit sich eine Flüchtlingsinitiative in Erndtebrück um die Asylbewerber kümmere, seien die Bürger für die Thematik seiner Ansicht nach stärker sensibilisiert. Der Initiative sei man auch dankbar dafür, dass sie sich um die soziale Betreuung der Neuankömmlinge kümmere. „Wir können das gar nicht leisten. Wir haben schon mit der Beschaffung von Wohnraum alle Hände voll zu tun.“

Zwei Projekte in Prüfung

Im Sommer könnte dieser Teil der Aufgaben möglicherweise etwas leichter werden. Denn die Kommune prüft derzeit zwei Projekte, in denen die Neuankömmlinge in größerer Zahl untergebracht werden könnten. Details möchte Müsse noch nicht nennen. Bis dahin versucht die Kommune, alle vorhandenen Reserven zu mobilisieren.

Derzeit wird geprüft, ob Kellerräume in der Hauptschule genutzt werden können, die früher als Fachräume für Physik und Chemie und als Sprachlabor und anschließend den Erndtebrücker Chören als Proberäume dienten. Bei den Sängern seien die Pläne auf Verständnis gestoßen, sagte Müsse. Sie seien bereit, in eine andere Etage umzuziehen.