Streusalz-Halle mit Sperrvermerk im Haushalt

Betriebsdienstleiter Wilhelm Afflerbach in der großen Halle bei Schameder, in der die Straßenmeisterei ihren Streuzsalz-Vorrat lagert – für Winterdienst-Einsätze auf 350 Kilometer Fahrbahn in Wittgenstein.
Betriebsdienstleiter Wilhelm Afflerbach in der großen Halle bei Schameder, in der die Straßenmeisterei ihren Streuzsalz-Vorrat lagert – für Winterdienst-Einsätze auf 350 Kilometer Fahrbahn in Wittgenstein.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach Gemeinde-Berechnungen soll der zentral gelegene Neubau für Erndtebrück rund 182 000 Euro kosten. Die CDU hält jedoch günstigere Alternativen für möglich.

Erndtebrück..  Die Gemeinde Erndtebrück will am geplanten Bau einer großen Streusalz-Halle festhalten – wenn auch bei etwas niedrigeren Kosten. Die beziffert der Kämmerer im Haushaltsplan für 2015 nun nicht mehr mit rund 200 000, sondern nur noch mit 182 000 Euro – „auf Basis eines konkreten Angebotes“. Dennoch sieht die CDU im Rat der Gemeinde hier noch erheblichen Diskussionsbedarf – und fand am Mittwochabend im Rat eine breite Mehrheit für einen Sperrvermerk zu diesem Ausgabe-Posten.

Gemeinde: Zentraler Vorrat wichtig

Anregungen aus der Politik, sich bei der Salz-Lagerung zum Beispiel mit der Straßenmeisterei des Landes NRW bei Schameder zusammenzutun, seien nicht umsetzbar, heißt es aus dem Rathaus. Unter anderem liege der Standort nicht zentral genug, um von dort aus einen zügigen und zuverlässigen Winterdienst im Gemeindegebiet zu gewährleisten. So seien etwa die Fahrtzeiten für einen zum Räumfahrzeug umgerüsteten Schlepper von der Leimstruth hinüber nach Benfe zum Räumen und Streuen viel zu lang. Außerdem könne so ein kleiner Schlepper nicht vom großen Radlader der Meisterei mit Salz beladen werden.

Und schließlich biete eine neue, deutlich größere und zentral gelegene Salz-Halle anstelle des mittlerweile 25 Jahre alten Salz-Silos mit „nur“ 50 Tonnen Fassungsvermögen die Chance, zuvor günstig eingekauftes Salz bereits zu Beginn der Wintersaison in großen Mengen einzulagern. Das sei in Zeiten starker Schneefälle oder Blitzeis ohnehin sinnvoll. In der Vergangenheit habe die Gemeinde zeitweise auch gar keinen Salz-Vorrat mehr im Winter gehabt, weil sich Nachlieferungen verzögert hatten. Den Verbrauch im vergangenen Winter beziffert die Gemeinde auf rund 240 Tonnen Streusalz. Für das Beladen der Schlepper an der neuen Salzhalle möchte die Gemeinde einen eigenen kleinen Radlader anschaffen.

Die Gemeinde geht davon aus, dass sich die Mehrkosten für den Bau der Halle gegenüber einem Silo allein durch günstigeren Salz-Einkauf „in überschaubarer Zeit“ amortisieren.

Dass eine Kooperation der Gemeinde mit der Straßenmeisterei nicht funktionieren solle, mag CDU-Fraktionschef Heinz-Josef Linten aber noch nicht glauben – und verweist auf das Beispiel Berge Bau: Das Erndtebrücker Unternehmen und die Straßenmeisterei arbeiteten in Sachen Winterdienst gut zusammen.

Linten: Ein stabiles Zelt tut es auch

Im Übrigen sei auch eine Summe von 180 000 oder 190 000 Euro noch „ein stolzer Betrag“ für einen Erndtebrücker Gemeindehaushalt im Sicherungskonzept, so Linten. Vielleicht tue es statt der teuren Halle ja auch ein stabiles Zelt als Salzlager. Und: Eine verbesserte Logistik könne Sinn machen – wenn sich die zuständigen Winterdienstler jeweils abends zuvor ihre Fahrzeuge mit Salz für die Tour am nächsten Morgen auffüllten.