Stelldichein der Kreativen am JAG

Moira Weiß
Moira Weiß
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Was wir bereits wissen
Am Johannes-Althusius-Gymnasium startete am Montag die Projektwoche. Rund 50 Angebote stehen den Schülerinnen und Schülern zur Wahl.

Bad Berleburg..  „Schachmo“, „Strimi“, „Fildi“: Was sich nach Figuren aus der Sesamstraße anhört, sind Kürzel. Genauer: Projektkürzel, die auf Infobögen in den Fluren des Johannes-Althusius-Gymnasium aushängen und Orientierung stiften sollen. Ganz im Sinne der diesjährigen Projekt- und Orientierungswoche, deren Startschuss am Montag fiel und die den Schülerinnen und Schülern im besten Fall schon jetzt den Weg in die nachschulische Zukunft weist. Sollte dieser ambitionierte Plan am Ende nicht ganz aufgehen: Ein Vergnügen war es sicher.

Riesige Vielfalt

Heike Reinhard ist Oberstufenkoordinatorin am JAG. „Ihre“ Zwölfer stecken gerade im Abitur-Vorbereitungskurs, so hat auch sie immer mal wieder Zeit, hier und da einen Blick in die Klassen- und Fachräume zu werfen. „Wir wollen den Schülern die Möglichkeit geben, mal über den Tellerrand hinauszuschauen, Dinge auszuprobieren, die sie sonst nicht machen würden“, erklärt sie.

Kreatives Schreiben, ein Einblick in die Sozialarbeit der Deutschen Tafel, eine Smartphone-App programmieren, Wandern auf den Spuren des Namenspatrons Althusius aus Diedenshausen, eine Einführung ins Steuerwesen: Das Angebot als „vielfältig“ zu bezeichnen, kommt einer Untertreibung nah. Rund 50 Projekte standen zur Wahl, jedes einzelne, so Reinhard, habe man schlussendlich auch umsetzen können. Je nach Dauer und Umfang werden die Schüler bis zum kommenden Freitag ein bis vier Tage für ihre Projekte aufbringen. Ausnahmen bilden die Elftklässler, die im Rahmen der Unipraktika in Marburg und Siegen Akademiker-Luft schnuppern. Die „Sieben“ ist auf großer Skifahrt.

Lebendiger Umgang mit dem inszenierten Tod

Doch was war jetzt gleich „Schachmo“? Klar, eine „Einführung in die Taktik und Schönheit“ des Schachspiels. Wo „Strimi“ drauf steht, ist Stricken für Anfänger drin. Und „Fildi“, das ist die hohe Handwerkskunst des Nassfilzens. Lehrerin Moira Weiß hat Selbstgefilztes zur Vorlage mitgebracht, Schülerin Celina vermutet: „Meine Handtasche kriege ich wohl heute noch fertig.“ Sie zieht vorsichtig grünen Stoff auseinander und ordnet ihn sorgfältig auf dem grauen Grund der Tasche an. „Soll nicht ganz grün sein, sondern nur meliert.“ „Entspannend“ findet sie das Werken mit Hand und Stoff, und „relativ schnell zu erlernen“.

Friederike hat Glück gehabt, sagt sie, Filzen war nämlich schon im Vorjahr ihre erste Wahl: „Ich habe ein Spielzeug für Katzen entworfen und verschenkt. Ist gut angekommen.“ Sie zeigt auf einen Ball: „Für den hier brauche ich eine halbe Stunde.“ Anna werkelt an einem Schaf und merkt gar nicht, dass auch dieser Schultag sechs mal 45 Minuten hat: „Die Zeit geht so viel schneller rum. Außer vielleicht beim Schach.“ Ansichtssache.

Fest steht: Oberstufenkoordinatorin Reinhard erlebt in diesen Tagen gleichermaßen entspannte wie voll fokussierte Schüler. Mit einem wesentlichen Unterschied: „Die wenigsten kommen in dieser Woche mit der Schultasche.“