Stefan Linde entscheidet Hitzeschlacht unter der Bad Berleburger Vogelstange für sich

Vorbeimarsch an der Volksbank
Vorbeimarsch an der Volksbank
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Dem Vogel war es einfach zu heiß: Bei einem der schnellsten Vogelschießen in der Geschichte des Bad berleburger Schützenvereins setzte sich Stefan Linde (Schmeds) durch und machte Stefanie Wallat zu seiner Königin.

Bad Berleburg..  Am bisher heißesten Tag des Jahres hat die „Schießgemeinschaft Linde“ das im wahrsten Sinne des Wortes hitzige Duell auf dem Burgfeld für sich entscheiden können. Es war nämlich Stefan Linde aus der 1. Kompanie, der mit dem 186. Schuss den relativ stattlichen Rest des Holzvogels aus dem Kugelfang holte.

Damit setzte sich der 26 Jahre alte gelernte Fahrzeugbauer nicht nur gegen Sportleiter Carsten Schäfer durch, sondern auch gegen seinen eigenen Bruder Christian. Die Königswürde war definitiv geplant, denn vor genau 33 Jahren war sein Opa Heinrich Hackenbracht Regent aller Berleburger Schützen. Mit seinem perfekt platzierten Schuss gleich neben der Schraube hat er auch seinem Vater Hermann (Schmeds) eine große Freude gemacht, schließlich war Hermann Linde viele Jahre im Vorstand aktiv.

Passende Königin

Auch bei der Wahl einer passenden Königin hat sich der neue Regent kreativ gezeigt – der Stefan nahm sich ganz einfach eine Stefanie. Dahinter verbirgt sich die 27 Jahre junge Ergotherapeutin Stefanie Wallat.

Am Samstag war nicht nur die Hitze einmalig, auch das Vogelschießen konnte mit einigen Rekorden aufwarten. Schützenhauptmann Dirk Pöppel nahm die traditionelle Vergatterung der drei eingangs erwähnten Aspiranten schon um exakt 13.09 Uhr vor. Danach durften dann nur noch „ernsthafte Bewerber“ auf den von Matthias Dickel geschnitzten Aar zielen. Und die hielten drauf. Moderator Frank Rother kommentierte den Kampf zwei gegen eins so: „Es gibt nur Treffer, kaum Fehlschüsse.“ Das führte dann doch überraschend bereits um 13.21 Uhr zum finalen Treffer. Überrascht zeigte sich auch Michel Hildebrandt: „Wir haben nur die Hälfte der sonst üblichen Munition gebraucht“, bilanzierte der stellvertretende Sportleiter, der sich ebenfalls nicht an so ein zügiges Vogelschießen erinnern konnte. „Der Vogel war heiß und wollte flattern“, hatte der Vorsitzende Dirk Pöppel abschließend noch festgestellt. Weder der „Chef“ noch Carsten Zumrode oder Günther Strack konnten sich zudem an ein Bruderduell erinnern.

Begonnen hatte der Samstag mit der Abgabe der Ehrenschüsse durch Prinz Richard, Bürgermeister Bernd Fuhrmann und Dirk Pöppel. Anschließend ging es an die Insignien. Hier war es Jens Schmitt, der sich die Krone sicherte, das Zepter brachte Jürgen Halverscheidt zu Fall, und treffsicher zeigte sich auch Torsten Leukel. Er beförderte den Reichsapfel aus dem Kugelfang. Und richtig angelegt hatte ebenfalls Martin Spies. Als neuer Geck des Berleburger Schützenvereins zeigte er sich im Festzug sehr spendabel: Es regneten Kamellen. Die Preise schossen: Christian Strack, Paul Haas, Matthias Strack, Björn Schneider, Rolf Benfer (Dotzlar), Christopher Klinker, Uwe Lauber, Wolfgang Rekowski, Thomas Frost, Ralf Peters, Karsten Dickel, Georg Sauer, Fritz Dietrich, Reiner Hackler, Stefan Scholz, Benedikt Göhrke, Ralf Bettelhäuser, Karl-Heinz Kaiser, Manfred Klinkert, Niels Biegler, Andre Kloos, Janik Homrighausen. Markus Bathke, Sascha Schneider und Peter Blakö freuten sich über die Gästepreise. Komplettiert wird die Liste der erfolgreichen Akteure durch Peter Hammershöj. Er darf den Preis des Fredensborg Rings mit nach Dänemark nehmen.

Einer der vielen Höhepunkte am Sonntag war natürlich der Vorbeimarsch an der Post. Und hier standen das neue Königspaar und sein Hofstaat im Mittelpunkt.

Schwerstarbeit bei über 30 Grad mussten allerdings die vielen Musikanten leisten. Das galt auch für das Brass Ensemble aus Fredensborg, das seit Donnerstag im Einsatz war. Allerdings sorgten einige Getränkestationen für etwas Abkühlung.

Eine weitere Abkühlung setzte während der Kinderpolonaise in Form von Niederschlag ein. Wegen Gewittergefahr blieb Dirk Pöppel nichts anderes übrig, als erstmals in der Vereinsgeschichte den Platz zu räumen. Das tat der Stimmung in den Zelten aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil.