Spielmannszug soll Wende schaffen

Bad Berleburg..  Seit dem 150. Jubiläumsjahr 2013 liegt der Vorsitz des Spielmannszuges des VfL Bad Berleburg in den Händen einer Frau. Die 32-jährige gebürtige Wunderthäuserin Melanie Knebel ist seit ihrer Wahl mit Herz und Hand, gewitztem Wort und Direktheit dabei. Und genau auf diese Art begrüßte sie die 19 anwesenden Mitglieder im Traditionslokal „Hof Mühlbach“.

Schriftführer Gerd-Roland Schmeichel, der mit seinem 40. Jahresbericht sein Amt niederlegt, greift sofort das seit längerem im Bereich der aktiven Musiker vorliegende Problem beim Schopfe: die Probenbeteiligung muss besser werden. Eine durchschnittliche Beteiligung von nur 52 Prozent sei definitiv zu wenig, obgleich die musikalische Leistung in allen musikalischen Themen hervorragend sei.

Appell des Dirigenten

Bestätigt wurde Gerd Schmeichel hier vom Probenleiter und Dirigenten Dr. Maik Althaus. Der Gießener Mikrobiologe kommt alle 14 Tage sonntags zu den Orchester-Proben nach Berleburg, um in der Burgfeld-Schule mit seinen Musikern zu üben und Neues einzustudieren. Doch auch für ihn ist es unschön, wenn die Ins­trumente und Stimmen nicht in vollständiger Besetzung sind. Von ihm kam ebenfalls der eindringliche Appell an alle Musiker nach mehr Disziplin. Andernfalls müsse er sein Amt überdenken – und wolle es zum 31. Dezember 2015 niederlegen.

Melanie Knebel weiß um die Qualitäten des Vereins und brachte ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass die Wende zu schaffen ist. Zudem gebe es im Verein Menschen, die mit großer Gewissenhaftigkeit dabei sind.

Im Anschluss erinnerte Gerd Schmeichel an die öffentlichen Auftritte des 26-köpfigen aktiven Spielmannszuges. Der Höhepunkt im Jahr 2014 war das Schlosshof-Konzert gemeinsam mit den Spielleuten aus dem Banfetal. Hier besteht eine gute Partnerschaft und Freundschaft, die weiter ausgebaut werden soll. Gerd Schmeichel wies auch bei den Auftritten einmal mehr auf die Steigerung der Disziplin hin. Allerdings, so Hansi Rehberg, sei die Kombination vieler Schützenfeste und Sommerferien ein Problem für die Vollzähligkeit der Musiker.

Probenwochenende in Gießen

Ein Wermutstropfen für den Verein ist die Jugendarbeit, die quasi völlig brach liegt. Melanie Knebel erklärte sich spontan bereit, die kommissarische Vertretung als Jugendwartin zu übernehmen.

Für den 28. und 29. März ist eine Fahrt nach Gießen vorgesehen. Maik Althaus organisiert für seine Musiker ein Probenwochenende in Räumlichkeiten eines Schlosses nahe Gießen.

Zur neuen Schriftführerin wurde Michelle Homrighause gewählt. Nach 40 Jahren geht das „alte Inventar“ Gerd Schmeichel, bleibt aber als Musiker weiterhin aktiv. Dr. Maik Althaus erhielt für seine Unermüdlichkeit als musikalischer Leiter ein Präsent.

Höhepunkt der Auftritte im neuen Jahr wird das 650-jährige Bestehen des Örtchens Herbertshausen sein.