Sozialstunden für rabiaten Ex-Freund

Erndtebrück..  Er war nicht das erste Mal, dass eine Streifenwagen-Besatzung ein bestimmtes Haus in Erndtebrück ansteuern musste. Eine Einstweilige Verfügung sollte einen 24 Jahre alten Mann auf Distanz halten, der immer wieder seine Ex-Freundin aufsuchen wollte. Mal hatte er versucht, ein Fenster einzuschlagen, mal eine Tür einzutreten.

Folgendes soll sich laut Oberamtsanwalt Markus Urner im März 2014 in der Wohnung der Frau abgespielt haben: Eine Auseinandersetzung beginnt erst verbal – dann soll der Beschuldigte seine 22-jährige Ex-Freundin auch körperlich angegriffen haben. Er soll ihr Kinn fixiert haben – mit schmerzhaften Folgen. Außerdem sollen noch diese Sätze gefallen sein: „Ich finde dich überall. Ich bringe dich um“, hieß es in der Anklageschrift. Das will der 24-Jährige allerdings so nicht gesagt haben.

Beide wieder in einer Wohnung

Interessant an dem Fall ist jedenfalls die aktuelle Konstellation. Die beiden leben inzwischen wieder in der Wohnung, allerdings in getrennten Bereichen – so gut es eben geht. „Ich habe ihn aus Mitleid wieder aufgenommen“, so die Geschädigte im Zeugenstuhl, die sich selbst als „gutmütig“ bezeichnet. Nach der Tat hatte die Verkäuferin zwar Kontakt zur Polizei aufgenommen – aber nicht, um eine Strafverfolgung anzustreben. Sie wollte den Angreifer nur aus ihrer Wohnung bekommen. Gegen 120 Sozialstunden ist das Verfahren am Dienstag eingestellt worden.