Skitourismus in Wittgenstein läuft sehr gut

Skitourismus: Wittgenstein hat beim Langlauf auf jeden Fall die Nase vorn in der Wintersportarena Sauerland.
Skitourismus: Wittgenstein hat beim Langlauf auf jeden Fall die Nase vorn in der Wintersportarena Sauerland.
Foto: WP

Wittgenstein..  „Wir brauchen uns vor dem Sauerland nicht zu verstecken. Das sage ich mit breiter Brust.“ Stefan Küpper ist der Leiter des Arbeitskreises Nordisch in der Wintersportarena Sauerland. In dieser Funktion und als 2. Vorsitzender des Skiklubs Wunderthausen zieht er eine positive Bilanz für den Wintersport-Tourismus in Wittgenstein. Mit seinen gepflegten Loipen in Wunderthausen und Girkhausen sowie dem beschneiten Skihang in Hesselbach ist auch Wittgenstein Teil der Wintersportarena.

Und das Ländchen hat trotz der großen Konkurrenz von Winterberg und Willingen viel zu bieten. Als am 28. Dezember auf der Pastorenwiese die erste Loipe in der ganzen Arena präpariert war, strömten die Massen nach Wunderthausen: „Wir sind regelrecht überrannt worden. Der Parkplatz war voll, in der Skihütte war kein Platz mehr frei und ich habe vor der Pastorenwiese eine Viertelstunde lang im Stau gestanden“, berichtet Stefan Küpper.

Die überwiegende Zahl der Skiläufer kommt von außerhalb, was den touristischen Wert unterstreicht. Festgestellt hat Küpper dies an den Nummernschildern auf dem Parkplatz und im Internet. 600 bis 800 Zugriffe registriert er beispielsweise täglich über die Skiklub-Internetseite mit ihren aktuellen Schneelage und Loipenberichten aus Wunderthausen.

Lift am Bohnstein läuft gut

Auch im alpinen Bereich lief es gut. Zwei Worte reichen dem Vorsitzenden des SV Oberes Banfetal, Günter Gerhardt, um die bisherige Saison am Hesselbacher Bohnstein zu beschreiben: „Ganz toll“. Seit dem 30. Dezember läuft der Lift auf dem Hesselbacher Skihang. Der Kunstschnee macht es möglich, auch wenn die nächsten Tage wettertechnisch nicht so berauschend werden sollen, wie Gerhard einräumt. „Bislang können wir eine richtig positive Bilanz ziehen.“ Schon am ersten Tag griff die Werbung auf der Facebook-Seite, sagt Gerhardt. Bis zu 3000 Leute habe der Verein so direkt ansprechen können.

Ein weiterer Grund für den Erfolg ist wohl auch, dass sich die Hesselbacher wieder etwas Neues für ihren Skihang einfallen ließen, was sie sich bei den Winterbergern abgeschaut haben: „Wir haben eine Propellerkanone auf einen Turm gestellt“, erläutert Gerhardt. Dadurch erreicht die Schneekanone eine größere Wurfweite und der Schnee ist durch die größere Fallhöhe trockener und von einer besseren Qualität. Außerdem geht alles ein bisschen schneller: „Dass der Lift innerhalb von zwei Nächten aufgemacht werden konnte, das gab es bei uns noch nie“, freut sich der Vorsitzende, der gemeinsam mit Helmut Bernhardt die Schneekanonen anwirft.

Loipenticket wird immer wichtiger

Die Hesselbacher haben aber gegenüber den Nordischen Skivereinen in Girkhausen und Wunderthausen einen Vorteil. Sie können einen Teil ihrer Kosten über die Liftkarten wieder hereinholen. Auf der Pastorenwiese und der Steinert leben die Vereine von Mitgliedsbeiträgen, Spenden und dem allerdings freiwilligen Loipenticket.

„Der Winter wird im Sommer gemacht“, erläutert Küpper. Das heißt, die Strecken werden freigeschnitten, gemulcht, mit Drainagen versehen und planiert, um sie auch bei weniger Schnee im Winter optimal präparieren zu können. Das kostet Geld, das die Vereine auch über bewirtete Skihütten und Skiverleih wieder hereinholen müssen. „Hier stoßen wir Ehrenamtlichen bald an unsere Grenzen“, weiß der Wunderthäuser, zumal die Vereine wir Girkhausen und Wunderthausen eigentlich den Leistungssport als Hauptaufgabe ansehen. Aber es gibt Synergien. Der Tourismus bringt zusätzliche Einnahmen, die in die Präparierung von Wettkampfstrecken fließen und der Hobby-Langläufer kann sich über professionelle Bedingungen freuen. „Die Kompetenzen im Nordischen Bereich liegen in der Wintersportarena eindeutig auf Wittgensteiner Seite“, sagt Küpper. Dieses Engagement zahlt sich auch touristisch aus. Küpper berichtet von einem jungen Paar aus Münster, das in Wunderthausen die Skischule gemacht hat und auf der Pastorenwiese in die Loipe ging. Gewohnt haben beide in der Wintersporthochburg Altastenberg. Nur dort gab es keine Loipen.

Wintersportarena lohnt sich

Dass die Wittgensteiner aber auch von dem großen Bruder Sauerland und der Wintersportarena profitieren zeigt sich ebenfalls. Küpper berichtet von niederländischen Fahrrad-Urlaubern, die auf den Routen der Mountainbike-Arena-Winterberg auch an der Wunderthäuser Skihütte vorbeigekommen sind. Die Holländer haben sich einen Prospekt mitgenommen und kommen jetzt zum Skifahren wieder.