Sie machen Touren durch Wittgenstein zum Erlebnis
21.04.2009 | 22:00 Uhr 2009-04-21T22:00:00+0200
Stünzel. Ausgerüstet mit Kompass, Karte und festem Schuhwerk machten sich die dreizehn Wanderer nach einer Stärkung in der Stünzeler Kaffeestube am Samstagmittag auf den rund 15 Kilometer langen Rundweg. Vor der Tour durch die Natur in und um Stünzel hatte für die Teilnehmer des Wanderführerlehrgangs am Freitagabend in Bad Berleburg die Aneignung von theoretischem Wissen auf dem Programm gestanden.
Wie leiste ich im Ernstfall Erste Hilfe und wie orientiere ich mich mit Hilfe von Kompass und Karte? Diese und weitere wichtige Fragen erläuterte Wanderführer Frank Rother, von der Wanderagentur Wittgenstein, der den Wanderführerlehrgang in Zusammenarbeit mit dem Touristikverein Bad Berleburg veranstaltete.
Touren durch Wittgenstein
„Mit diesem Lehrgang wollen wir wanderfreudigen Menschen die Möglichkeit bieten ihr Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt, sowie über die Geschichte von Wittgenstein zu vertiefen”, erklärte Frank Rother die Zielsetzung der Veranstaltung. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs werden die Wanderführer in Zusammenarbeit mit der Wanderagentur Wittgenstein interessierte Wandergruppen auf Touren durch Wittgenstein führen.
Die gemeinsame Wanderung am Samstag bot den angehenden Wanderführern Gelegenheit, das angeeignete Wissen im Gelände praktisch anzuwenden. Im Verlauf der rund vierstündigen Wanderung zeigte Wanderführer Wolfgang Lückert den Teilnehmern außerdem kompetent und auf anschauliche Weise, dass die Flora und Fauna bereits am Wegesrand einige interessante Besonderheiten zu bieten haben. „Hier unten an dem Baumstumpf wächst der echte Zunderschwamm welcher relativ selten und im Gegensatz zu seinem falschen Verwandten um einiges kleiner ist”, erklärte Wolfgang Lückert. In der Zeit vor Streichhölzern und Feuerzeugen fertigten die Menschen aus diesem Schwamm in mühsamer Handarbeit die Zunderwolle die mit einem Funken entzündet wurde.
Von Borkenkäfern und Rossameisen
Neben der großen Rossameise, die ihr Nest nicht in Hügelform, sondern in den unteren Bereichen von Bäumen baut, stießen die Wanderer auch auf von Borkenkäfern befallene Bäume. „Diese Käfer fressen die Wasserleitungen, die zwischen dem Stamm und der Borke liegen. Dadurch verliert die Rinde ihren Halt und der Baum seinen Schutz”, beschrieb Wolfgang Lückert.
Zum Abschluss des dreitägigen Lehrgangs stand neben der Vermittlung theoretischer Grundkenntnisse in Naturschutz-, Rechts- und Haftungsfragen auch ein Vortrag von Klaus Kühn, Mitglied des SGV Wittgenstein, über die Geschichte von Wittgestein auf der Tagesordnung.
Bald gibt es einen weiteren Kursus
Wanderfreunde die aufgrund der großen Nachfrage an diesem Lehrgang nicht teilnehmen konnten, dürfen sich dennoch freuen. Frank Rother plant für die nächsten Monate eine Neuauflage des Lehrgangs, allerdings in etwas abgewandelter Form. „Wir wollen den Theorieanteil des nächsten Lehrgangs etwas reduzieren und das Erwandern landschaftlich reizvoller Routen noch mehr in den Vordergrund stellen”, so der Veranstalter.
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