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HGC-Kliniken

Selbstgestelltes Ultimatum

04.12.2009 | 05:30 Uhr

Bad Laasphe. Die Situation der HGC-Kliniken in Bad Laasphe bleibt kritisch. Bis Weihnachten wird sich entscheiden, wie es weitergeht.

Während sich die meisten Wittgensteiner aufs Weihnachtsfest freuen, sehen die rund 350 Mitarbeiter der HGC-Kliniken in Bad Laasphe diesem Termin mit einiger Sorge entgegen. „Entweder packen wir es bis dahin, oder wir packen es nicht”, formulierte gestern Geschäftsführer Dr. Holger Thiemann.

Ohne Umschweife sagte er gemeinsam mit Geschäftsführer Dr. Dietmar Herberhold, dass im schlimmsten Fall Antrag auf Insolvenz gestellt werden müsse. „Dann haben wir das Ruder nicht mehr in der Hand.” Andererseits jedoch bemühten sich die Geschäftsführer nach eigenen Angaben weiterhin vehement um die Behebung des unveränderten Liquiditätsengpasses.

Noch kein Ergebnis

Der sei, wiederholte gestern Dr. Thiemann nocheinmal, „durch Verpflichtungen aus der Vergangenheit” entstanden. Nach Gesprächen „mit mehreren potenziellen Interessenten” zur Übernahme oder zum Einstieg sowie mit den Banken sei es bisher jedoch zu keinem Ergebnis gekommen.

Den Mitarbeitern sei am Mittwoch in einer Personalversammlung, bei der Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann Unterstützung signalisierte, angeboten worden, aus einem vom Freundeskreis von Dr. Herberhold privat finanzierten Pool, ein zinsloses Darlehen bis zur Höhe eines Nettogehaltes in Anspruch zu nehmen.

Persönliche Not

„Die persönliche Not ist teilweise dramatisch”, weiß Dr. Herberhold. Deshalb habe HGC „teilweise Abschlagszahlungen an Mitarbeiter geleistet, um Zwangsräumungen oder andere beängstigende Dinge zu vermeiden.” Beide Geschäftsführer räumten gegenüber der Presse auch ein, dass „hier jeder unter Hochspannung steht”.

Zur finanziellen Not komme neben der psychischen Belastung noch der Stress im Job, zumal „die Belegung maximal ausgelastet ist”, sagte Dr. Thiemann. Er brachte Verständnis dafür auf, dass es in der Personalversammlung „keine Begeisterung” gegeben habe. Niederschlag finde die miese Stimmung auch in einem zurzeit ungewöhnlich hohen Krankenstand.

Finanzkreis

Dem Personal der Schlossbergklinik sowie der „Emmaburg” gewährt die Geschäftsführung seit neuestem Einblicke in die Kontenbewegung. Es wurde ein „Finanzkreis” gebildet, dem zehn Mitarbeiter angehören. „Das operative Geschäft ist ausgeglichen”, betonten die Manager ausdrücklich. Aber durch die Altlasten blieben Zahlungsschwierigkeiten. Aus diesem Grund stehen die November-Gehälter und Teile des Oktober-Gehaltes noch aus. Das solle über den Dezember hinweg ausgeglichen werden.

Unter dem Strich, so betonen die Manager,. „sind wir definitiv optimistisch. Aber wir können heute nicht sagen ,Es ist gesichert'.”

Christoph Vetter

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