Selbsteinschätzung oft wie die Analyse

Bad Berleburg..  Die Schulzeit endet häufig mit dem Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums Die Beschäftigung mit den eigenen Interessen und Fähigkeiten sollte deshalb nicht zu spät beginnen, wie das Land NRW z.B. mit der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ erkannt hat.

Am Johannes-Althusius-Gymnasium konnten sich die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen mit ihrer eigenen beruflichen Zukunft über den Unterricht hinaus beschäftigen. Um eine größtmögliche Konzentration auf die Thematik legen zu können und gleichzeitig alltägliche schulische Abläufe nicht zu sehr zu stören, hat man sich am JAG dazu entschlossen, diesen Teil des Schulkonzepts „Studien- und Berufswahlorientierung“ in der seit Jahren im Schulleben etablierten Projekt- und Orientierungswoche ein dauerhaftes Zuhause zu geben.

Potenzialanalyse

Für die 8. Jahrgangsstufe stand die zweitägige Potenzialanalyse auf dem Programm. Die Durchführung übernahm das darin erfahrene Unternehmen „t-droste“, das die Schüler auf der Grundlage von Einzelbefragungen, Gruppenübungen in Problemlösesituationen, Rollenspielen und anderer Verfahren genauer auf ihre Schlüsselqualifikationen wie Konzentration, Genauigkeit testete, aber auch auf soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Verantwortungsgefühl hin. In einer ausführlichen Präsentationsmappe mit Zertifikat und einem individuellen Auswertungsgespräch wurden die Ergebnisse mit den Achtklässlern und interessierten Eltern besprochen und Hinweise für eine weiterführende Beschäftigung gegeben.

Für viele Teilnehmende überraschend war, dass sich ihre Selbsteinschätzung häufig mit den Analysen deckte. Alle empfanden die Auseinandersetzung mit den eigenen Neigungen und Fähigkeiten und der beruflichen Zukunft als gewinnbringend und anregend für sich.

Interessen ausloten

Aufbauend darauf folgt in der 9. Jahrgangsstufe die praxisorientierte Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich auf vielfältige Weise mit der Zahl 64000. 64000 ist 40 mal 40 mal 40 und entspricht (ungefähr) der Zahl der Arbeitsstunden, die man in seinem Leben leistet. 40 Jahre lang jeweils 40 Wochen mit 40 Stunden. Eine lange Zeit, in der man sich vorzugsweise mit etwas beschäftigen sollte, was einem Spaß macht.

Möglichkeiten, wie man seine Interessen ausloten und den richtigen Beruf finden kann, bietet das BIZ in Siegen, wo sich die 9. Klassen mit dem Informationssystem und dem Angebot der Agentur für Arbeit vertraut machen konnten.

Bewerbungen

In einem anderen Projekt ging es um die Fragen „Wie bewerbe ich mich richtig“, wozu gibt es ein Finanzamt und was passiert eigentlich mit den Steuern, die ich später zahle.

Zum Abschluss der Woche erkundeten die Schülerinnen und Schüler dann noch an zwei Tagen Berufsfelder in den örtlichen Betrieben, um dann nach den Osterferien in einer Praktikumswoche den Arbeitsalltag genauer vor Ort kennenzulernen.

Schulleiter Harbrink freute sich über die große und positive Resonanz, die zeige, dass der eingeschlagene Weg der Studien- und Berufswahlorientierung am JAG die Schüler erreiche und unterstütze, und dankte allen Beteiligten für ihren großen Einsatz.