Seit mehr als 50 Jahren ist Hans Schmidt im Wahlvorstand
11.08.2009 | 22:00 Uhr 2009-08-11T22:00:00+0200Girkhausen. Händeringend suchend die Kommunen für die anstehenden Wahlen noch Helfer in den einzelnen Orten (wir berichteten). Doch es gibt auch Veteranen, die diese Aufgabe ohne Zögern gerne übernehmen. Einer von ihnen ist Hans Schmidt aus Girkhausen.
Seit Ende der 50er Jahre ist er gebürtige Neunkirchener mit den verschiedenen Positionen in den Wahlvorständen bestens vertraut. „Ich habe alles gemacht - vom Schriftführer über den Beisitzer bis zum Vorsitzenden”, plaudert Schmidt aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz. Begonnen hat alles in Neunkirchen-Altenseelbach, bevor Schmidt dann im Jahre 1976 nach Girkhausen zog. Das Amt des Wahlhelfers ist für ihn ein Ehrenamt, was durchaus wörtlich zu nehmen ist. So sollte es seiner Meinung nach auch die junge Generation sehen. „Wer zum Wahlhelfer berufen wird”, sagt Schmidt, „der sollte sich erstmal auf die eigene Schulter klopfen und stolz darauf sein, dass man ihn für so eine wichtige Position ausgewählt hat.”
Worauf muss ein Wahlhelfer besonders achten? Der heute 80-Jährige kennt die Antwort: „Es dürfen keine Fehler passieren, speziell bei der Auszählung der Stimmen.” Die Auszählung ist nach wie vor ein spannender Moment für den „alten Hasen” unter den Wahlhelfern. „Man ist gespannt zu sehen, wer das Rennen macht.” Speziell bei der Bundestagswahl erwartet das SPD-Mitglied jedoch keine Überraschungen. „Da ist in diesem Jahr die Spannung raus”, so Schmidt.
In mehr als 50 Jahren erlebt man auch die ein oder andere Anekdote. Die Geschichte, die Schmidt am meisten im Gedächtnis geblieben ist, war die „resolute” Frau, die sich weigerte in die Wahlkabine zu gehen. „Sie wollte ihr Kreuzchen unbedingt am Wahlhelfertisch machen. Wir sagten ihr, dadurch würde ihre Stimme ungültig. Erst wollte sie das nicht einsehen, aber nachdem wir einige Minuten auf sie eingeredet hatten, ist sie doch in die Kabine gegangen.” Doch dieses aufmüpfige Verhalten stellt eine Ausnahme dar. „Normalerweise verhalten sich die Wähler sehr anständig.”
In dem hohen Zeitaufwand sieht Schmidt einen der Hauptgründe, warum sich heute immer weniger Freiwillige finden. „Der ganze Tag geht drauf, vor neun oder zehn Uhr abends ist man nicht fertig.” Danach gehe man noch gemeinsam ein Bierchen trinken oder eine Kleinigkeit essen.
Was sich Schmidt vor den Wahlen noch wünscht? „Ich fände es gut, wenn jeder zur Wahl gehen würde. Wählen ist eine der wichtigsten Bürgerpflichten. Erfahrungsgemäß sind es immer die Nichtwähler, die sich am Ende über die Politik aufregen.”
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