Seit 30 Jahren schon kriminell
14.02.2012 | 14:44 Uhr 2012-02-14T14:44:00+0100
Bad Berleburg. „Betrüge und Schutzbehauptungen ziehen sich durch ihr ganzes Leben“, so eine sichtlich aufgebrachte Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel. Richter Torsten Hoffmann und die Vertreterin der Staatsanwaltschaft mussten sich gestern mit einem 49 Jahre alten Mann beschäftigen, der im September vergangenen Jahres an einer Tankstelle in der Nähe von Erndtebrück seine Benzinrechnung in Höhe von 44,78 Euro nicht begleichen konnte, angeblich weil der Magnetstreifen der EC-Karte beschädigt war. Hippenstiel legte die Einlassung als Schutzbehauptung aus.
Ihrer Einschätzung nach war der arbeitslose Westerwälder, den sie als „Meister des Blendens und Lügens“ bezeichnet, zum Tatzeitpunkt weder Willens noch in der Lage die Rechnung zu bezahlen, auch weil er nach dem Zustellen der Anklage genügend Zeit gehabt habe, den Schaden zu regulieren.
Das holte der 49-Jährige dann gestern nach. Die geschädigte Tankstellenbetreiberin konnte aus der Hand den Beschuldigten 50 Euro mit auf die Leimstruth nehmen. K. der seit 30 Jahren regelmäßig Straftaten verübt, musste sich auch noch wegen einer Körperverletzung verantworten, weil er angeblich seine Ex-Verlobte geschlagen haben soll.
Dieser Vorwurf wurde allerdings eingestellt, weil das vermeintliche Opfer, ein 49-jährige aus Siegburg gestern Aussagen tätigte, die sich nicht unbedingt mit dem Polizeiprotokoll deckten. Da hat er Glück gehabt, schließlich steht der Westerwälder wegen eines ähnlichen Delikts unter laufender Bewährung. Gestern kam er mit einem blauen Auge davon. Hoffmann verurteilte ihn zu einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe und zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Die Bewährungszeit ist auf fünf Jahre festgesetzt. Außerdem bekommt er jetzt einen Bewährungshelfer
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