Sehr knappes Ergebnis bei Presbyterwahl in Erndtebrück
08.02.2012 | 15:45 Uhr 2012-02-08T15:45:00+0100
Erndtebrück.Auch wenn es Hochrechnungen gegeben hätte, am Ende hätte man doch auf die konkrete Auszählung warten müssen - so knapp ging es bei der Presbyterwahl am Sonntag in Erndtebrück zu, der einzigen echten Wahl im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein.
Insgesamt hatten 315 Menschen die Möglichkeit genutzt, in den fünf Stunden vor und in den fünf Minuten nach dem Abendgottesdienst ihre Stimmen abzugeben. Wahlberechtigt waren von den rund 4100 Gemeindegliedern der Evangelischen Kirchengemeinde Erndtebrück 2662, das heißt sie waren zum Stichtag konfirmiert und mindestens 16 Jahre alt. 315 Stimmzettel, das entsprach einer Wahlbeteiligung von 11,8 Prozent. Bei dieser Zahl kann man feststellen, dass noch Potenzial für eine höhere Teilnahme vorhanden ist, auch wenn die durchschnittliche Wahlbeteiligung in der Evangelischen Kirche von Westfalen mit 6,6 Prozent deutlich niedriger als in Erndtebrück lag. und eine hohe Wahlbeteiligung ja auch ein Anzeiger sein kann, dass es gerade mächtig rund geht in einer Kirchengemeinde. Deshalb kann man die Erndtebrücker Zahlen auch so deuten, dass die Menschen zufrieden sind mit der Arbeit ihres Presbyteriums. Dafür spricht auch, dass die sechs Presbyter, die sich aus dem Amt heraus erneut um den Posten in der Gemeindeleitung bewarben, allesamt wieder gewählt wurden und am Ende in der Hitparade der Meist-Gewählten mit Abstand die ersten sechs Plätze belegten.
Während Pfarrer Stefan Turk gut einsehbar auf einer Tafel für jede Stimme einen Strich hinter den Namen der elf Kandidaten eintrug, notierten drei scheidende Presbyter auf ihren eigenen Zetteln ebenfalls die Stimmen. Ausgelesen wurden die Stimmzettel ebenfalls von einem zukünftig ehemaligen Presbyter, dem eine Kollegin in gleicher Situation über die Schulter und auf die Finger schaute.
Gewählt wurden am Ende: Bernd Härtel, Doris Hoffmann, Reiner Hoffmann, Katja Krafft, Sabine Menn, Andreas Roth, Sven Rothenpieler, Ralf Strupat und Doris Weber. Nicht geschafft haben es indes: Christine Knebel und Michael Roggenkamp, wobei ein Unterschied von gerade einmal drei Stimmen über gewählt und nicht gewählt entschied. Letztendlich sei die Präsenz in der Gemeinde ganz wichtig, vielleicht sei es da schon ein Manko für die Nicht-Gewählten gewesen, dass sie beruflich außerhalb arbeiteten, mutmaßte Stefan Berk, der generell die Presbyterwahl für sehr sinnvoll hält. Es stärke die Legitimation der Presbyter, die sich in einem demokratischen Wettbewerb durchgesetzt hätten und deshalb bei Kritik ganz selbstbewusst sagen könnten: „Ich bin gewählt worden.“
Wobei der Erndtebrücker Pfarrer die beiden Nicht-Gewählten nicht ziehen lassen möchte. Auch ihr Potenzial sei für die Gemeinde wichtig: „Da wären wir dumm, wenn sie die Beiden nicht einbinden würden.“ Wie das funktionieren kann, das bestimmt der Pfarrer allerdings nicht allein, selbst wenn er als Superintendent auch noch Chef des Wittgensteiner Kirchenkreises ist. Das wird das neue Erndtebrücker Presbyterium gemeinsam überlegen, und da haben die Pfarrer genauso eine Stimme wie jeder der neuen Presbyter.
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