Schreinermeister absolviert Löffeldiplom

Gerd Mertesacker war zwar das erste Mal in Girkhausen, beim Löffeldiplom in der Drehkoite hatte er aber doch ein echtes „Heimspiel“. Der Rheinländer ist nämlich  Schreinermeister.
Gerd Mertesacker war zwar das erste Mal in Girkhausen, beim Löffeldiplom in der Drehkoite hatte er aber doch ein echtes „Heimspiel“. Der Rheinländer ist nämlich Schreinermeister.
Foto: WP

Girkhausen..  Den Bürgerinnen und Bürgern in Girkhausen ist es beim traditionellen Rewweln wieder gelungen, alle Streitigkeiten noch in diesem Jahr zu bereinigen. So in etwa erklärt Volker Dickel den Hintergrund des turnusmäßigen Zusammentreffens am Jahresende. Höhepunkt der stets gut besuchten Veranstaltung ist die feierliche Verleihung des heiß begehrten Löffeldiploms. Am Montag Nachmittag durfte sich zwar Gerd Mertesacker in die zum Teil elitäre Liste mit Namen wie Paul Breuer, Prinz Gustav oder Johannes Röhl einreihen. Das Dumme ist nur, er kennt leider niemanden dieser Preisträger persönlich.

Leutesdorf am Rhein

Gerd Mertesacker wohnt in Leutesdorf am Rhein und das liegt gegenüber von Andernach. Dort betreibt er eine Pension, und das ist auch der Verknüpfungspunkt nach Girkhausen. Drechselspezialist Rolf und das Herz der Heimatstube, Erika Treude, haben dort schon zweimal logiert und so die Familie Mertesacker zu einem Gegenbesuch animiert.

Dass der 45-Jährige das nicht ganz einfache Löffeldiplom absolvieren sollte, erfuhr er von seiner Frau erst, als Girkhausen erreicht wurde. Das darf er wohl als eine absolute Überraschung betrachten, schließlich hat er heute Geburtstag. Gegenüber allen seinen Vorgängern hatte der Rheinländer allerdings einen unschlagbaren Vorteil. Zwar betreibt er im idyllischen Weinort Leutesdorf eine Pension, außerdem führt er aber noch einen Schreinereibetrieb. Ob das Löffeldiplom Schreinermeister Gerd Mertesacker beruflich immens weiterbringt, muss zwar angezweifelt werden, Spaß gemacht hat es aber allemal.

Schnitzexperte Eduard Trippe

Das gilt auch für Schnitzexperte Eduard Trippe, der wie gewohnt die notwendigen Vorarbeiten durchführt und gelegentlich korrigierend eingreift. Bei dem sympathischen Holzfachmann aus Leutesdorf war das natürlich nicht nötig. Zurück zum eigentlichen Brauch des Rewwelns. Wie lange diese Tradition schon gepflegt wird, kann weder Eduard Trippe noch Volker Dickel genau benennen. Es muss sich damals aber wie folgt zugetragen haben. Um alle Probleme zu bereinigen brachte seinerzeit jeder
Teilnehmer Hochprozentiges mit – was gerade verfügbar war. Das wurde zusammengeschüttet und anschließend gemeinsam ausgelöffelt, weiß Volker Dickel zu berichten. Noch besser hätte das zum Jahresabschluss der beliebte Historiker Dr. Ulf Lückel erklären können, der musste allerdings aus terminlichen Gründen absagen. Vielleicht klappt es mit der Geschichtsstunde Ende nächsten Jahres.