Schlingernde HGC wieder auf Kurs
08.05.2010 | 04:00 Uhr 2010-05-08T04:00:00+0200
Bad Laasphe. Das Insolvenverfahren für die ins Schlingern geratenen HGC-Kliniken in Bad Laasphe wurde aufgehoben.
Ende gut, (fast) alles gut. Dem Neuanfang steht nichts mehr im Wege. Die Gläubigerversammlung gab gestern einstimmig grünes Licht für das neue Konzept, mit dem die HGC-Kliniken wieder genesen wollen.
Räsch als potenter Geldgeber
Wie wir in der letzten Woche berichteten, ist mit Rainer Räsch ein potenter Geldgeber und Fachmann der Branche mit ins Boot gestiegen, um zusammen mit dem bisherigen Inhaber die HGC wieder auf Kurs zu bringen.
Banken, Lieferanten, Handwerker und die Beschäftigten der Klinik scheinen dem Duo an der Spitze des Unternehmens zu vertrauen und zogen gestern vor dem Amtsgericht Siegen mit. Die Alternative, so Geschäftsführer und Mitinhaber Dr. Dietmar Herberhold, gestern zu unserer Zeitung, wäre die Liquidierung von Emmaburg- und Schlossberg-Klinik gewesen. Für die Gläubiger höchst unerfreulich.
Gute Belegung sorgt für Erleichterung
Nach der gestrigen Entscheidung werden ihre Rückstände immerhin noch mit einer Quote von 13,7 Prozent bedient. Besser als gar nichts; denn üblicherweise enden derartige Insolvenzverfahren mit einem Anteil von nur einem bis drei Prozent. Herberhold: „Ich bin froh. Der Standort bleibt erhalten, die Beschäftigten behalten ihre Arbeit und weiterhin melden sich ehemalige Angestellte bei uns zurück.” Die gute Belegung mache außerdem deutlich, dass das Haus keineswegs abgewirtschaftet habe.
Positiv äußerte sich auch Insolvenzverwalterin Dr. Sabine Feuerborn, die über ihr Kölner Büro mitteilen ließ, dass alle Beteiligten mit dem gestrigen Ergebnis zufrieden waren. Sie selbst wird in den kommenden Wochen noch einiges zu tun haben und noch Gelder „eintreiben”, die unberechtigter Weise kurz vor dem Insolvenzverfahren an Gläubiger geflossen sind - etwa durch Zwangsvollstreckung. Diese Summen fließen wieder in die Insolvenzmasse zurück und kommen am Ende anteilsmäßig wieder allen Gläubigern zugute - eine gesetzlich vorgegebene Verfahrensweise.
Günstige Neustart-Bedingungen
Die Bedingungen für einen Neubeginn der HGC-Kliniken, die auch für das Image der Stadt Bad Laasphe von Gewicht sind, scheinen wesentlich günstiger als vor sechs Jahren. Seinerzeit ging das neue Inhaber-Paar mit einem „gigantischen Darlehen der Bank” (Dr. Herberhold) an den Start. Nicht die besten Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Erfolg. „Hinzu kamen Misswirtschaft und Veruntreuung”, so Herberhold über vergangene unerfreuliche Tage.
Dietmar Herberhold und der Frankfurter Rainer Räsch wollen sobald als möglich in die Sanierung der HGC-Kliniken investieren. Auf der Tagesordnung steht außerdem eine organisatorische Runderneuerung in Medizin und Administration, wie die Geschäftsführer bereits in der jüngsten Pressekonferenz angekündigt hatten. Trotz der letzten Blessuren bleiben offenbar auch die bisherigen Lieferanten bei der Stange und erhoffen sich wieder gute Geschäfte mit HGC. „Obwohl sie durch die Insolvenz ja durchaus eine Kröte schlucken mussten,” attestiert Herberhold.
11:53
Wow, es hört sich alles fantastisch an! Die Euphorie war schon mal sehr groß.Taktisch sehr clever das Image der Stadt und Erhalt der Arbeitsplätze zu erwähnen. Sehr erfreulich 13%, sehr große Leistung! man vergesse nicht, dass hier eigentlich der Anspruch auf 100% lange Zeit bestanden hat. Für einen kleinen Handwerksbetrieb hat es nicht selten existentielle Bedeutung. Dass so viele ihre Arbeitsplätze verloren haben und kein Gehalt bekommen haben und jedes Mal der Öffentlichkeit etwas anderes erzählt wurde und eine negative Meldung die andere jagte, ist ja nicht so schlimm, da guckt man einfach drüber weg. Man habe sich sehr engagiert, fragt sich warum und für wen?! Hauptsache eigene Position behaupten? Man fragt sich, was wohl gewirkt haben muss, dass man Jahre lang die Misswirtschaft und Untreue nicht gemerkt hat und nun plötzlich aufgewacht ist. wer möcht bitte so etwas glauben und annehmen. Warum äußert man sich nicht hier zu. Es ist einfach eine Frage der Zeit, wann wir als Bewohner dieser Region über die nächste Überraschung in Kenntnis gesetzt werden. Es ist immer der andere schuld, klar, das ist auch der einfachste Weg. Nun, wer soll auf wen aufpassen?!