Schlemmen und Schauen im Doppelpack

Bad Laasphe..  Es wird geknipst, was das Zeug hält. Die gängige Praxis: Mit Handy, iPad oder dem Billig-Angebot vom Discounter draufhalten, auslösen, das nächste Bild machen und ab ins soziale Netzwerk. Qualität spielt dabei keine große Rolle. Aber es gibt auch ambitionierte Kamera-Besitzer, die ihren Fotoapparat als eine Art Spezialbrille benutzen, durch die sie die Welt bewusster wahrnehmen. Dabei entstehen oft Dinge, die sie ohne Kamera gar nicht beachtet hätten. Davon konnten sich bereits vor zwei Jahren zahlreiche Besucher überzeugen, die sich Zeit nahmen für „EinZweiBlicke: Ausblicke“, einer vom Kunstverein 2013 e.V. angebotenen Ausstellung.

Längste Tafel lockt

„Es war eine Zeit des Genusses in Bad Laasphe. Und neben dem Bildgenuss konnte man sich auch kulinarisch in der Altstadt an der längsten Tafel Wittgensteins verwöhnen lassen“, erinnert Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann in seinem Grußwort an das Event 2013. Das soll auch in diesem Jahr nicht anders sein – bietet die TKS und der Kunstverein um seinen Vorsitzenden Harald Hagedorn doch Bewohnern und Gästen der Lahnstadt am 12. Juni wieder Fotokunst und Kulinarisches bei „Bad Laasphe tafelt“ im Doppelpack. Eröffnet wird die bis zum 30. Juni dauernde Ausstellung „EinZweiBlicke: Ausblicke II“ am 11. Juni um 19 Uhr durch den österreichischen Fotokünstler Franz Schmied in der evangelischen Stadtkirche. Die musikalische Begleitung der Auftaktveranstaltung hat der Pianist Sergio del Rio übernommen.

Ausstellung treibt Wurzeln

Auch dieses Mal werden außergewöhnliche Arbeiten renommierter Fotografen aus Deutschland, der Schweiz und den USA in Häusern der Bad Laaspher Altstadt präsentiert. Dazu Harald Hagedorn: „Kunst soll nicht museal sein. Sondern immer auch eine Alltagserfahrung, die dem Lebensraum entspringt und auch wieder in diesen integriert wird.“ Und dass das kleine Pflänzchen „Fotoausstellung“ bereits bei der zweiten Auflage kräftige Wurzeln treibt, zeigt sich unter anderem in Besucher-Anfragen aus Griechenland, Island und anderen europäischen Ländern. Entdecken kann man bei einem Rundgang Aufnahmen und Bearbeitungen von Susanne Baumgartner, Bernhard Wassem (beide kommen aus der Schweiz), Dragomir Vukovic (USA), Petra Hahner, Gerhard Körsgen, Michaela Nastulla und Folker Winkelmann (Deutschland). Außerdem gibt es einige Arbeiten von Bernhard Engl, Barbara Herzog, Kathrin Holighaus, Werner Kiera, Nicole Oestreich, Franz Schmied und Frank Wöllnitz zu sehen, die gemeinsam eine Rückschau auf die Veranstaltung des Jahres 2013 halten.

Ergänzt wird das Gesamtprojekt durch eine Gemeinschaftsausstellung der heimischen Fotografen Al­fred Junker, Klaus Neuser, Uliana Peters, Patricia Wahle und Rainer Wunderlich sowie eine Gruppenausstellung mit Fotoarbeiten von Schülern des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe. Als Sponsoren konnten die Sparkasse Wittgenstein und das Design-Hotel „Am Fang“ gewonnen werden.

Die richtige Balance macht’s

Fotografen pflegen stets eine komplexe Verbundenheit mit ihrem Equipment. Doch ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten gehen weit über die simple Mechanik einer Kamera hinaus. Die richtige Balance in diesem Konflikt ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Fotografie. Lernen kann man im Gespräch mit den ausstellenden Künstlern: Die wichtigsten Entscheidungen in der analogen und digitalen Fotografie haben ganz grundlegend mit dem Foto selbst zu tun: die Gründe, warum man ein Motiv verewigen will, und die Art, wie das Bild am Ende aussieht. Die ganze Technik dahinter ist zwar von großer Bedeutung, kann im besten Fall aber nur dabei helfen, eigene Ideen zu verwirklichen.