Schlagzeug nur mit Ohrenschützern

Bad Berleburg..  Nils Becker spielt seit zwei Jahren Schlagzeug. „Ich habe ein Schlagzeug zu Hause, auf dem ich spielen und üben kann“, sagt er stolz. Und die Eltern beschweren sich nicht über den Lärm. Einmal die Woche hat Nils Schlagzeug-Unterricht in der Musikschule. Dort lernt er bei André Schneider neue Techniken und neue Lieder. „Mit Musik zu spielen macht mir am meisten Spaß“, erklärt der Neunjährige. „Und ich habe einen Freund, der auch Schlagzeug spielt. Mit dem spiele ich manchmal zusammen“, erzählt Nils weiter.

Von „piano“ bis „forte“

In jeder Stunde wird erst an den theoretischen Grundlagen geübt. „Die sind wichtig für Rhythmus- und Taktgefühl“, erklärt Musikschullehrer André Scheider. Der Takt ist beim Schlagzeug spielen besonders wichtig. Deswegen stehen Übungen zum Taktgefühl in jeder Stunde auf dem Programm. „Das üben wir mit Pads – die sind nicht so laut und man kann besser reden, erklären und mitzählen“, sagt André Schneider.

Ein Metronom hilft dabei, den Takt zu behalten. Manchmal ist es nämlich gar nicht so leicht, im Takt zu bleiben. So spielt sich Nils an den Pads warm, bevor es am richtigen Drum Set, dem normalen Schlagzeug, weitergeht. „Das besteht aus Snare Drum, der kleinen Trommel, Tom 1 und Tom 2, der Base Drum, dem Hi-Hat und verschiedenen Becken“, erklärt Nils.

Schlagzeug spielen ist ziemlich laut, deswegen ist ein Ohrenschutz wichtig. Notenblätter helfen Nils zu wissen, wann er welche Trommel schlagen muss.

Notenlesen muss man fürs Schlagzeugspielen nicht können, denn es gibt nur eine Linie mit derselben Note. Schlagzeuger achten auf andere Zeichen.

Der Takt ist besonders wichtig. Ist es ein Dreiviertel- oder Vierviertel-Takt? Ebenso wichtig sind Pausenzeichen. Unter den Noten steht der sogenannte Handsatz. Der zeigt, welche Hand man benutzen muss. Ein „R“ steht für die rechte Hand, ein „L“ für die linke. So weiß Nils, welche Hand er zum Schlag benutzen muss. Manchmal findet man auch kleine Buchstaben auf dem Papier. „F steht für forte, das heißt laut. Und P steht für piano, das bedeutet leise“, erklärt André Schneider. Diese ganzen Zeichen und Buchstaben helfen Nils beim Spielen – so benutzt er die richtige Hand und die richtige Lautstärke. Bei einem ‚mf‘ auf dem Notenblatt weiß Nils nicht, was es bedeute und fragt nach. „Mf steht für mezzoforte, das ist mittellaut“, erklärt Musiklehrer André Schneider. Richtig laut wird es allerdings, wenn beide gemeinsam spielen.