"Schirme zu - sie kommen!"
03.09.2008 | 20:25 Uhr 2008-09-03T20:25:03+0200Wittgenstein. (kago/hal) "Macht die Schirme zu, die ersten Radfahrer kommen!", kündigt Ortsvorsteher Karl Heinrich Sonneborn aus Wingeshausen per Mikrophon an. ...
... Jubel brandet auf dem Homberg auf, Fähnchen werden geschwenkt und Kameras bereitgehalten: Gestern hat die Deutschland-Tour auf ihrer Etappe von Mainz nach Winterberg rund 1500 Zuschauer in Wittgenstein begeistert.
Zunächst verfolgten mehr als 600 Fans in Erndtebrück eine 250 Meter lange Sprintwertung. Die Zuschauer blieben trotz des Dauerregens am Nachmittag standhaft und sorgten für Stimmung am Streckenrand: Auch auf dem Homberg zwischen Wingeshausen und Jagdhaus feuerten mehrere hundert Radsport-Begeisterte die durchnässten Fahrer an.
Sonneborn zeigte sich zufrieden: "Bei gutem Wetter hatte ich von 500 Besuchern geträumt, jetzt sind es bei schlechtem sogar noch mehr", freute sich der Ortsvorsteher.
Schon bevor die Radprofis den Berg erreichten, herrschte eine besondere Atmosphäre: Bei der Durchfahrt der Werbekaravane wurden die zahlreichen Regenschirme kurzerhand als Auffangbecken für die Präsente benutzt, die von den Firmen in die Menge geworfen wurden.
Großes Gedrängel um die besten Plätze gab es nicht - die Strecke zum Homberg war weithin sichtbar. Senioren aus Aue und dem Siegerland hatten sich sogar ausgerüstet mit Klappstühlen, Schirmen und Schutzfolien den schönsten Blick gesichert.
Andere standen direkt an der Bande und munterten die Profis mit Zurufen auf. Darunter auch Monika Daub: Die gebürtige Wingeshäuserin war mit Mann und Sohn 50 Kilometer mit dem Fahrrad in die Heimat gereist, um das Spektakel mitzuerleben. "Wir sind einen Teil der Strecke gefahren. Ich hätte nie gedacht, dass die Tour einmal durch meinen Heimatort kommt", erzählt Daub, die im Sommerurlaub extra zur Tour de France nach Frankreich fährt.
Ein besonderes positives Fazit zog gestern Erndtebrücks Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel. Ihm war nämlich von Moderator Markus Dexheimer attestiert worden, dass an der 218 Kilometer lange Strecke nirgendwo so viele Fans die Fahrer angefeuert hatten wie in der Edergemeinde. Ein Hubschrauber der ARD hat das per Luftbild ausgemacht. Mit Begeisterung wurde dort und am Homberg auch Radsportlegende Rudi Altig begrüßt.
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