Schimmel in der Wand wird sofort bekämpft

Kontrolle auf der Baustelle: Ein Unterkunftsgebäude der Kaserne wird derzeit für die Büro-Nutzung umgebaut. Dabei verschwand auch gleich eine gesundheitsschädliche Decken-Isolierung aus alter Glaswolle.
Kontrolle auf der Baustelle: Ein Unterkunftsgebäude der Kaserne wird derzeit für die Büro-Nutzung umgebaut. Dabei verschwand auch gleich eine gesundheitsschädliche Decken-Isolierung aus alter Glaswolle.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In der Hachenberg-Kaserne am Luftwaffen-Standort Erndtebrück werden derzeit Millionen-Beträge investiert, vor allem in Neubauten. Aber auch in die laufende Unterhaltung – Jahresbudget derzeit: 500 000 Euro.

Erndtebrück..  „Der Zustand der Liegenschaften ist teilweise verheerend.“ Sagt der scheidende Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus. Ende des Monats legt er den Politikern in Berlin und der Öffentlichkeit seinen letzten Jahresbericht 2014 vor, in dem es unter anderem um Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr geht – aber eben auch um marode Kasernen.

„Ratten und Mäuse laufen jedenfalls bei uns nicht über die Gänge“, versichert im Gespräch mit unserer Zeitung Oberstabsfeldwebel Peter Hanke, beim Einsatzführungsbereich 2 der Luftwaffe auf dem Gelände der Erndtebrücker Hachenberg-Kaserne für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Genau solche Missstände prangert Königshaus auf einige Kasernen-Standorte an – und fordert für Gegenmaßnahmen mehr Geld im Verteidigungsetat.

Daran scheint es am Standort Erndtebrück aber nicht zu mangeln. Schon seit Jahren werde auf dem gesamten Kasernen-Gelände für mehrere Millionen Euro nach und nach saniert — sowohl Unterkünfte für die Soldaten als auch Dienstgebäude, betonen Hanke und Oberstleutnant Tino Raue, am Standort Stabsoffizier Infrastruktur. Und weil die Zahl der „Dienstpersonen“ – derzeit etwa 1000 – steige, verwandeln sich laut Hanke auch Unterkünfte in Bürogebäude.

Neue Fenster für 950 000 Euro

Da werden bei energetischen Sanierungen kompletter Gebäude reparaturanfällige Flachdächer durch Giebeldächer ersetzt. Oder: Seit 2012 werden überall neue Fenster eingebaut – das letzte wohl noch 2015, so Hanke. Rund 950 000 Euro werde man dafür am Ende in die Hand genommen haben.

Sicher: Feuchtigkeit, Schimmel – „da hatten wir jetzt tatsächlich einen Fall in Gebäude 39“, räumt Hanke ein. Da sei aber „sehr schnell gehandelt worden“. Die Mitarbeiter dort seien noch vor Weihnachten kurzfristig in andere Büros umgezogen – und eine Fachfirma, die ohnehin mit Sanierungsarbeiten im Gebäude beauftragt sei, habe den Schaden rasch behoben.

Für die Turnhalle samt Fitness-Zentrum, die zur Sanierung anstehe, werde derzeit viel Heizenergie verschwendet, bedauert Raue – aber nur so lasse sich hier im Moment die Feuchtigkeit aus Wänden und Decken fernhalten.

Um Hinweise aus den Stuben und Büros auf akute Mängel kümmere sich ein eigenes Objekt-Management, erläutert Raue. Im Übrigen stünden regelmäßig Begehungen mit dem Betriebsarzt in Sachen Arbeitsschutz im Kalender.

50 Gebäude am Standort, viele davon in den 1960er Jahren gebaut – „da taucht immer mal etwas auf“, weiß Peter Hanke aus Erfahrung. Allerdings könne man für laufende Unterhaltungsmaßnahmen auf ein Jahresbudget von derzeit rund 500 000 Euro zurückgreifen.

Abriss und Neubau in zwei Fällen

Bei den beiden zweistöckigen Gebäuden 12 und 14 mit je 50 Unterkünften habe man im Rahmen der Sanierungsplanungen festgestellt, so Hanke, dass Neubauten günstiger seien. Nach Abriss beider Gebäude aus den 1960er Jahren entstehen nun an dieser Stelle in zwei Etappen zwei dreistöckige Gebäude mit je 75 modernen Wohneinheiten – veranschlagte Baukosten: rund acht Millionen Euro. Die Pläne liegen seit September 2014 vor, die Bauarbeiten sollen bis April 2018 abgeschlossen sein.

Schon seit Jahren zeichnet sich ab, dass die Unterkünfte in der Kaserne vor allem für die Soldaten in den Lehrgängen am Standort gebraucht werden. Insgesamt 287 Stuben stünden dafür zur Verfügung, so Hanke – nicht zuletzt auch für Gäste von Tagungen. Und die Auslastung bewege sich übers Jahr gesehen bei 80 bis 100 Prozent.

Unterdessen finde das „Stammpersonal“ Wohnraum in Erndtebrück oder in der Umgebung. Hanke freut sich, dass dazu „regelmäßig per E-Mail Wohnungsangebote bei unser hereinschneien“.