Schattenmann sorgt für Bußgeldverfahren

Diese Fotos gehören zu einer ganzen Reihe Aufnahmen eines bislang unbekannten Fotografen, der nur gelegentlich als Schattenmann auf den Fotos auftaucht. Sie dokumentieren, dass die Rentkammer im Winter 2014/2015 Wildschweine und in diesem Fall Muffel mit Rüben und vor allem auch unverdecktem Mais gefüttert hat. Das  ist  stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.
Diese Fotos gehören zu einer ganzen Reihe Aufnahmen eines bislang unbekannten Fotografen, der nur gelegentlich als Schattenmann auf den Fotos auftaucht. Sie dokumentieren, dass die Rentkammer im Winter 2014/2015 Wildschweine und in diesem Fall Muffel mit Rüben und vor allem auch unverdecktem Mais gefüttert hat. Das ist stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.
Foto: WP

Bad Berleburg/Siegen..  Die Gerüchteküche brodelt nach wie vor. Wer hat die Beweisfotos im Wald geschossen und wer hat die Wittgenstein Berleburg’sche Rentkammer schon am Tag der Anzeige informiert?

Das Verfahren wegen Verstoßes gegen das Winterfütterungsverbot von Wildschweinen im fürstlichen Wald hat weite Kreise in Politik und Jägerschaft gezogen. Die lokale Ordnungswidrigkeit wurde auch dazu benutzt, an höherer Stelle Politik gegen die NRW-Landesregierung zu machen, indem zwischen den tatsächlichen vorhandenen Sondergenehmigungen für die Winterfütterung von Rotwild und dem prestigeträchtigen Wisent-Wiederansiedlungsprojekt Verbindungen gesehen worden sind.

„Zwischen diesen beiden Dingen hat zu keiner Zeit ein Zusammenhang bestanden“, kommentiert Henning Setzer diese Vorwürfe, bei denen vorhandene Sondergenehmigungen für die Fütterung von Hirschen mit der verbotswidrigen Fütterung von Wildschweinen im Winter in einen Topf geworfen worden waren. Der Leiter der Unteren Jagdbehörde beim Kreis Siegen-Wittgenstein ist für die Jagdaufsicht und für die Erteilung von Wildfütterungsgenehmigungen zuständig. Setzer weist auch Gerüchte zurück, dass Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) oder der ehemalige Landrat Paul Breuer (CDU) Anweisungen für Konzessionen gemacht hätten. „Niemand hat jemals Einfluss auf die Genehmigungsverfahren genommen.“

Setzer informierte Rentkammer

Auch zu den recht neuen Vorwürfen in Richtung der Kreisverwaltung, dass die fürstliche Rentkammer auf Schloss Berleburg ungewöhnlich frühzeitig von einer Anzeige gegen sich gewusst habe, bezieht Setzer Stellung: „Ich habe die Anzeige an einem Freitag bekommen und mir die Fotos angeschaut. Die Beweislage war klar und eindeutig. Deshalb habe ich am gleichen Nachmittag beim Waldbauerntag in der Bismarckhalle (27. Februar/die Red.) mit Johannes Röhl einen Termin für Montag ausgemacht, um im Detail darüber zu sprechen.“ Rentkammerleiter Johannes Röhl hatte den Verbotsverstoß später im Gespräch mit dieser Zeitung eingeräumt und im Rahmen der Berichterstattung angekündigt, dass die Rentkammer einen Bußgeldbescheid akzeptieren werde. Die Missstände wurden außerdem inzwischen beseitgt.

Das Ende ist jetzt für einige Beobachter unspektakulärer als gedacht: Mit diesem Bußgeldbescheid geht das Verfahren gegen die Wittgenstein-Berleburg’sche Rentkammer in die wohl letzte Runde. „Der ist verschickt“, sagt Henning Setzer, Wenn die Rentkammer diesem Schreiben nicht widerspricht, erlangt er Rechtskraft.

Höchstes Bußgeld bislang

Zur Höhe des Bußgeldes wollten sich weder Setzer noch Röhl äußern. Setzer betonte aber, dass der Betrag wegen des großflächigen Verstoßes deutlich höher ausfallen werde, als üblich. Nach Informationen dieser Zeitung soll der Bußgelbetrag bei 1500 Euro liegen und wäre damit der höchste bislang im Kreisgebiet für einen solchen Verstoß ausgestellte „Strafzettel“.

Eine Frage bleibt unbeantwortet: Die nach der Identität des Fotografen, der die Beweisfotos im Januar und Februar geschossen hat und sie dann anonym an den Landesjagdverband weitergeleitet hat. Von dort aus soll der Verstoß beim Kreis angezeigt worden sein. Entsprechende Fotos haben nach unseren Recherchen aber auch andere, nicht am Verfahren beteiligte, Personen wie der Vorsitzende der „Rotwildjäger im Rothaargebirge Nord“, Josef Cremer, erhalten. Auch der Westfalenpost liegen diese Fotos inzwischen vor.