Sauberes Wasser aus Elsoff für Stadt Hatzfeld

Die Wasserleitung der Stadt Bad Berleburg endet an diesem Hydranten auf dem Bauernhof der Familie Zacharias in Elsoff. Von dort könnte eine Verbindung bis zur Tiefenbohrung Elsofftal (Gemarkung „Vorm Stoß“) in einem Wirtschaftsweg verbaut werden.
Die Wasserleitung der Stadt Bad Berleburg endet an diesem Hydranten auf dem Bauernhof der Familie Zacharias in Elsoff. Von dort könnte eine Verbindung bis zur Tiefenbohrung Elsofftal (Gemarkung „Vorm Stoß“) in einem Wirtschaftsweg verbaut werden.
Foto: WP
Bessere Qualität, besser angelegtes Geld: Experten empfehlen der hessischen Nachbarkommune den Anschluss der Wasserversorgung an die Leitung in Elsoff.

Elsoff/Hatzfeld..  Eine Leitung von Elsoff nach Hatzfeld ist aus Sicht von Ingenieur Winfried Roolf die wirtschaftlichste und sicherste Methode, die Trinkwasserversorgung in der Hatzfelder Kernstadt auf Dauer sicherzustellen. Er empfiehlt, die vorhandenen Brunnen und Quellen stillzulegen. Dem Hatzfelder Stadtparlament hat Roolf das Gutachten seines Büros RNT jetzt vorgestellt.

Seit Jahren besteht vor allem in Sommermonaten das Problem, dass die Quellen zu wenig Wasser liefern. An einigen Tagen lag der Verbrauch schon deutlich über der Förderung. In den nächsten Jahren, so die Prognose, werde der Verbrauch der Firma Hollingsworth & Vose ansteigen und die Situation verschärfen. Schon bisher musste die Stadt in Sommerwochen Nutzungseinschränkungen verhängen, die Löschwasser-Reserve war eingeschränkt.

Obendrein ist die Wasserqualität nicht die beste, zum Teil werden Grenzwerte überschritten. Selbst wenn die Hatzfelder Brunnen weiter betrieben werden, müssten teure Filtrations- und Bestrahlungsanlagen eingebaut werden. Das Wasser aus der Kernstadt kommt aus zwei Brunnen im Elsofftal sowie aus der Quelle Sonsenbach. Winfried Roolf stellte verschiedene Varianten vor, darunter die Verbindungsleitung von Elsoff nach Hatzfeld und/oder von Beddelhausen nach Hatzfeld.

Nach den Berechnungen des Büros liegen schon zwischen den Investitionskosten deutliche Unterschiede: Am günstigsten zu realisieren wäre der Bau einer Verbindung von Elsoff. Dort endet die Wasserleitung der Stadt Bad Berleburg auf dem Hof der Familie Zacharias, von wo ein Wirtschaftsweg in Richtung Hatzfeld verläuft. In diesen Weg könnte die Leitung wohl bis zum Anschluss „Vorm Stoß“ bestenfalls verlegt werden.

Maßnahme kostet vier Millionen

Für die Maßnahme veranschlagt sind 510 000 Euro für den Bau, hinzu kommen ein Baukostenzuschuss an den Wasserverband Siegen-Wittgenstein mit 130 000 Euro und der Rückbau der alten Anlagen in Höhe von 30 000 Euro. Die teuerste Variante, der Bau einer Leitung von Holzhausen zur Kernstadt, würde etwa 1,3 Millionen Euro kosten.

Hinzu kommen aber noch weitere Investitionen, zum Beispiel um Wasserverluste zu verringern oder Leitungen zu erneuern. Auch dabei ist die Lösung, das Wasser komplett aus Elsoff zu beziehen, mit 3,72 Millionen Euro die günstigste. Auch in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über 50 Jahre sei diese Variante die beste, sagte Roolf. Von den anderen Varianten rät er ab. „Das ist wie Pflaster draufkleben, aber die Krankheit werden Sie nicht los.“ Roolfs erwähnte noch, dass – anders als in den Hatzfelder Brunnen – das Elsoffer Wasser sauber ist. Es kommt aus der Obernau-Talsperre und wird bis ins Wittgensteiner Land gepumpt. „Da können Sie Bier mit brauen“, verdeutlichte der Ingenieur.

Entscheidung soll im Mai fallen

Die Hatzfelder Stadtverordneten stellen die anstehenden Investitionen vor große Probleme. Der Haushalt 2015 ist knapp ausgeglichen, darin sind aber noch keine Mittel für die Verbesserung der Wasserversorgung eingeplant. Voraussichtlich wird Geld umgeschichtet, dass eigentlich für die Modernisierung der Abwasserleitungen vorgesehen war. Eile ist geboten: Um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, muss schon im Mai eine Entscheidung fallen – das verdeutlicht, wie dringlich das Thema Wasserversorgung ist. Die Genehmigung zur Wasserentnahme in Hatzfeld endet im Dezember 2016. Allerdings: „Das Problem ist seit Jahren bekannt“, sagte Winfried Roolf.

Der Planer empfahl, nicht auf dem „Status quo“ zu beharren, also die eigenen Quellen weiterzubetreiben: „Damit wird in anderen Kommunen Geld versenkt.“