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Blitz-Marathon

Ruhiger Dienst für Wittgensteiner Polizei beim Blitz-Marathon

10.02.2012 | 14:25 Uhr
Ruhiger Dienst für Wittgensteiner Polizei beim Blitz-Marathon

Raumland.  Fahrschüler hätten am Freitag auf der B 480 Anschauungsunterricht in Sachen Verkehrsverhalten nehmen können. Der Grund: Die groß angekündigte 24-Stunden-Tempokontrolle der Polizei. Für die Beamten bedeutete dies vor allem eines: total tote Hose.

Um 8.30 haben sich die Oberkommissare Maik Riedesel (29) und Heiko Pratsch (47) vor einem Fitnessstudio zwischen Raumland und Hemschlar postiert. Im Polizeibus: eine Thermoskanne mit heißem Kaffee und eine Packung Schokoriegel. „Bei der Kälte braucht man das“, sagt Ried-esel. Er ist darauf vorbereitet, viel Zeit im Freien zu verbringen. Einige hundert Meter weiter, auf einem Rastplatz, steht ein unauffälliger roter Golf. Hier messen Hauptkommissar Rüdiger Böhl und Oberkommissar Rolf Steinhanses mit einer Laserpistole die Geschwindigkeit der Fahrzeuge in Richtung Berleburg. Diejenigen, die hier zu schnell gemessen werden, sollen Riedesel und Pratsch einer Anhaltekontrolle unterziehen, also das Geld vor Ort einziehen.

Per Funk bekommen sie eine Fahrzeugbeschreibung, damit es keine Missverständnisse gibt, dann schnappt sich Riedesel Mütze und Kelle und winkt das Fahrzeug heraus. So zumindest lautet die Theorie. Die Praxis gestaltet sich, von zwei Ausnahmen abgesehen, etwas anders: Geordnet und mit ausreichend Abstand rollen die Fahrzeuge gen Berleburg. Eine Stunde lang halten die Beamten die Stellung, ein silberner Kleinwagen und ein schwarzer Kombi tappen in die Falle, mehr nicht. Datenabfrage per Funk, ein Verwarngeld, ansonsten ist ziemlich viel Warten angesagt.

Da sorgt schon eher der scheinbar mit Baumstämmen überladene Holzlaster, der am Polizeibulli vorüberrauscht, für Aufmerksamkeit. „Ich denke, den hätte man gut mal nachmessen können“, bemerkt der 29-Jährige, „da entwickelt man ein Auge für.“ Wenig später rollt ein Fahrschulwagen vorbei. Der Fahrlehrer grüßt die Beamten mit erhobener Hand. Vier Stationen haben die Beamten an diesem Tag während der Frühschicht vor der Brust, die erste liegt bereits hinter ihnen.

„Heute Morgen haben wir schon am Stöppelsweg bei den Schulen kontrolliert“, erzählt Maik Riedesel, „da gab es zwei Verwarngelder für geringe Tempoüberschreitung.“ Die Verkehrssünder seien, beschreibt der Oberkommissar, durch die Bank sehr verständnisvoll. „Generell sind die Wittgensteiner der Polizei gegenüber freundlich eingestellt“, führt er aus, „und zeigen Verständnis für die Sinnhaftigkeit von Tempomessungen.“ Es sei sogar so, dass sich die Menschen für ihre Vergehen entschuldigten und sich anschließend bedankten. „Die Wittgensteiner“, sagt Maik Riedesel, „fahren eigentlich immer sehr zivilisiert, aber heute scheint es, als hätten sie alle die Zeitung gelesen.“

Ingo Schmidt

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