Römer, Schotten, Blumenmädchen und ein Tintenfisch

Eine halbe Stunde lang geht es bei der Polonaise mit Einlagen durch die Schützenhalle in Wingeshausen.
Eine halbe Stunde lang geht es bei der Polonaise mit Einlagen durch die Schützenhalle in Wingeshausen.
Foto: WP

Wingeshausen..  Ein Römer zieht seine „Königin“ auf einem Streitwagen durch die heiligen Hallen des Schützenvereins Wingeshausen und alle Anwesenden jubeln dem Paar ausgelassen zu. Wer nun glaubt, dass es sich hierbei um eine verspätete Invasion des ehemaligen römischen Reiches handelt, liegt vollkommen falsch. Denn vielmehr herrschten zum insgesamt 25. Mal die Jecken wieder über das Dorf Wingeshausen.

Mit Elferrat

Pünktlich zum bunten Treiben der Karnevalisten in ganz Deutschland hat der Schieß- und Schützenverein Wingeshausen, vertreten durch den traditionellen Elferrat um Bernd Homrighausen und Matthias Riedesel, zum alljährlichen Verkleiden in die Halle des Wittgensteiner Vereins eingeladen. So waren es letztlich Römer René Groesdonk und Königin Sandra Czarnofske, die mit ihrem etwas unhandlichen aber überragenden Kostüm die Jecken in Wingeshausen erfreuten.

Letztlich räumte das „antike Paar“ den Kostümpreis für die beste Gruppenchoreografie ab. In einem anderen Themengebiet unterwegs aber dennoch minder erfolgreich räumte Jasmin Wagener den Preis als bestes Einzelkostüm ab. „Ich bin eine Krake, Tintenfisch oder auch Oktopus, ich denke am Ende würde dasselbe rauskommen“, erklärte die euphorische Gewinnerin. Bei diesem innovativen Trio hatten sogar „ein Knastbruder“, „zwei Bulldoggen“ sowie eine Handvoll „Schotten“ das Nachsehen, was der Sänger der traditionellen Stimmungsband „Lahntal Musikanten“ ebenso lautstark besang wie die rund 500 schunkelnden Jecken.

Zuvor wurden nach der Begrüßungsrede der stellvertretenden Sitzungspräsidenten, Bernd Homrighausen und Matthias Riedesel, der Gardetänze der „Rote Funken Saalhausen“ sowie des SSV Wingeshausen ebenso frenetisch gefeiert wie die Tänzerinnen der Jazztanzgruppen „Witchcraft“ und „Spirit“. Zur Kostümvorstellung präsentierte sich nahezu die gesamte Halle in jeckischen Outfits einer Baywatchgruppe mit Haifischen im Gepäck oder auch fröhlich anmutende Blumenmädchen, die zumindest für die rund halbstündige Polonaise den Wittgensteiner Schnee vergessen machten.

Männerballett

Neben den zahlreichen erfolgreichen und umfeierten Auftritt der erprobten Tänzerinnen und Tänzer sowie Jecken und sonstigen Karnevalsromantikern, wagte sich auch das Männerbalett des SSV Wingeshausen auf das „dünne Eis“ der Bühne. Unter Anfeuerungen der Lahntal Musikanten sowie der anwesenden Jecken sorgten eine freiwillige Männergruppe des SSV für einen gelungen Flashmob. Was anfangs noch wie ein munteres Stimmungsfeuerwerk aussah, entwickelte sich plötzlich, wohlgemerkt unter Anteilnahme einiger treuer Hofstaat-Dirndl-Frauen, zu einer ansteckenden Unterhaltungsshow. So wurde zum Abschluss des bunten und einfallsreichen Bühnenprogramms auch die These wiederlegt, dass die Schützen des SSV Wingeshausen nicht auch Tanzen können. Oder wie es aus Kreisen der Teilnehmer hieß: „Das große Übel zum Abschluss eines gelungenen Karnevalprogramms wurde abgewendet.“