Rentkammer Berleburg beliefert auch heimische Gastronomie
25.10.2011 | 14:47 Uhr 2011-10-25T14:47:00+0200
Bad Berleburg.Wenn ein Hirsch oder ein Wildschwein erlegt worden ist, wird es schnell ausgenommen. „Dann muss es je nach Wildart zwei bis sechs Tage in der Decke oder Schwarte reifen“, sagt Patrick Rath, Berufsjäger in Diensten der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer.
Dort ist der 35-Jährige zuständig für die Beschaffung von Wildbret.Berufsjäger Patrick Rath (35) ist bei der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer zuständig für die Beschaffung von Wildbret. In der Kühlung wird hier ein Hirsch für den Verkauf vorbereitet.
Für manche ist es tatsächlich ein Geheimtipp, auf Schloss Berleburg Wild zu kaufen, dabei wirbt die Rentkammer damit sogar im Internet. Das Angebotsspektrum ist breit gefächert und richtet sich überwiegend nach den Jagdzeiten: Rotwild (Hirsch), Schwarzwild, Muffel, Reh und Enten; Spezialitäten sind Wildbratwurst oder Schinken vom Hirsch oder Wildschwein.
„In den Sommermonaten ist die Nachfrage geringer als im Winter, obwohl man Wild wunderbar grillen kann“, weiß Patrick Rath und lacht: „Das ist ‘ne Spitzenangelegenheit!“
Doch bevor ein Hirschsteak auf dem Teller liegt, muss das Wildbret eine Menge Kontrollen durchlaufen. Für jedes erlegte Stück Schalenwild muss ein Ursprungsschein als Nachweis ausgefüllt und für etwaige Kontrollen aufbewahrt werden. Anhand der Eintragungen kann genau festgestellt werden, wo und von wem das Wild erlegt worden ist. Beim Schwarzwild werden Blut und ein Teil Innereien dem Veterinäramt Arnsberg zugeschickt und das Okay abgewartet. „Bei uns geht kein Schwein vom Hof, das nicht untersucht worden ist. Wir haben eine gläserne Produktion“, betont Rath.
Kunden können auswählen, ob sie das Wildbret komplett in der Decke kaufen möchten - dann ist es preiswerter - oder ob es portioniert sein soll - dann muss vorbestellt werden. Ganz frisches Wildbret gibt es ab dem kommenden Wochenende, denn dann findet in den fürstlichen Wäldern die jährliche Gesellschaftsjagd statt, bei der größere Mengen Wild zur Strecke gebracht werden. Rath: „Jährlich werden ca. 15 Tonnen hochwertigen Wildbrets, das unter Beachtung der hohen fleischhygienischen Anforderungen produziert wird, an Endverbraucher und die heimische Gastronomie abgegeben.“
Wer also den Bratentopf nicht selbst anheizen möchte, erhält leckere Wildgerichte u.a. in der „Schlossschänke“, im Restaurant „Alte Schule“ (beide Bad Berleburg) sowie im „Schäferhof“ auf Jagdhaus oder im Restaurant Schütte in Oberkirchen.
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