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AWO zeigt Interesse

Renaissance "Tante Emma"

18.02.2010 | 10:23 Uhr
Renaissance "Tante Emma"

Erndtebrück. "Tante Emma-Läden" sind tot. Kommen jetzt die Dorfläden? In Erndtebrück wird überlegt, ob in Orten wie Birkelbach diese Art von Einkauf wieder belebt werden soll. Mit Hilfe der AWO.

Das passte durchaus ins selbstauferlegte Dauerthema des Ausschusses für Schulen und Soziales. „Familienfreundliches Erndtebrück” heißt der hohe Anspruch, den die Gemeinde mit Leben erfüllen will. Und zwar während der gesamten Wahlperiode. Gleiches gilt für das kreisweite Anliegen „Leben und Wohnen im Alter”.

In einem gemeinsamen Antrag von SPD, CDU und UWG thematisierten die Fraktionen die Einrichtung von Dorfläden in Erndtebrücker Ortschaften. Beispielsweise in Birkelbach. Offenbar kein weit hergeholter Vorschlag, denn die Leiterin der Siegener AWO-Werkstätten, Dagmar Graf, war gestern im Aussschuss zugegen und stellte Überlegungen ihrer Einrichtung vor, die auf den ersten Blick durchaus mit den Interessen der Gemeinde in Deckung gebracht werden können.

Nicht blauäugig

Wie bereits vom Sozialträger St. Georg vorgemacht, prüft derzeit sehr konkret auch die AWO, das Terrain und die Idee des Dorfladens zu betreten. „Allerdings nicht blauäugig,” wie die AWO-Vertreterin im Ausschuss betonte. Durchaus stünden vor einer Verwirklichung wirtschaftliche Prüfungen und Erwägungen. Wobei das realistische Ziel unter dem Strich eine „kräftige schwarze Null” sein müsse.

Erfahrung hat die AWO. In der Hauptwerkstatt im siegerländischen Deuz werden täglich 1.500 bis 2.000 Essen gekocht und teilweise per fahrbahrem Mittagstisch verteilt. Daraus erwuchsen Gedanke und Konzept der Dorfläden. Einerseits geht es darum, eingeschränkte bzw. behinderte Menschen der eigenen Klientel in Arbeit zu bringen, andererseits ein Bedürfnis der Einwohner zu bedienen. Nicht jeder ist mehr so mobil, sich in den Supermärkten auf den grünen Wiesen zu versorgen.

Mobile Anbieter?

Und das gilt nicht nur für alte Menschen. Kein leichtes Unterfangen, aber wie im Falle von St. Georg, ein „lohnenswertes” Geschäft im Sinne einer guten Sache.

Im Ausschuss wurden auch Stimmen laut, die noch einmal mobile Anbieter für die Bevölkerung in den Ortschaften auf den Plan rufen möchten.

Kooperation  prüfen

Die Verwaltung soll nun nach einstimmigem Votum im Sinne des Antrages prüfen, inwieweit Erndtebrück mit Kooperationspartnern á la AWO oder St. Georg Dorfläden einrichten könnte.

Peter Lehmann

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