Reh von Hund gerissen

In einem Garten in Raumland wurde dieses getötete Reh gefunden. Die Spuren weißen auf einen jagenden Hund als Verursacher hin.
In einem Garten in Raumland wurde dieses getötete Reh gefunden. Die Spuren weißen auf einen jagenden Hund als Verursacher hin.
Foto: WP

Raumland..  Am Silvestermorgen wurde der Jagdaufseher des Reviers Raumland-Bad Berleburg informiert. Am Hinterstöppel in der Nähe des Hotels Raumland war ein totes Reh im Garten eines Hauses gefunden worden. Mit Blick auf das tote Tier offenbarte sich der Verdacht, dass das Reh am Abend zuvor oder in den frühen Morgenstunden des 30. Dezembers getötet worden sein muss.

Eindeutige Spurenlage

Die Spuren, beziehungsweise Fährten, und die vorgefundenen Beweise sind laut Nicolas Loerkens eindeutig: Das Reh sei offensichtlich von einem freilaufenden Hund vom Waldrand am Hinterstöppel durch Teile der Siedlung bis in dieses Garten gehetzt, wo es aufgrund von Kraftverlust und einem Zaun nicht mehr entrinnen konnte. Der Hund hat das Reh mehrfach attackiert und dabei verletzt. Anschließnd muss er das entkräftete Tier niedergedrückt und mit mehreren Bissen getötet haben.

Juristische Schritte einleiten

Die Jagdgenossenschaft Raumland, der Pächter und der Jagdaufseher sprechen in einem Schreiben an die Redaktion, das Nicolas Loerkens stellvertretend unterzeichnet hat, von einem „absolut nicht hinnehmbaren Ereignis“ und kündigen an, „nun ein gemeinsames Vorgehen abstimmen, da der zuständige Hundehalter seine Pflichten nicht nachgekommen ist.“

Rechtliche Grundlagen

Gleichzeitig wollen die Jäger die Menschen - vor allem Hundehalter - für dieses Problem sensibilisieren und zugleich einen Appell an alle Hundehalter zu richten.

Sie weisen darauf hin, dass laut Waldbetretungsrecht NRW im Wald Hunde außerhalb von Wegen angeleint sein müssen. Die Ausnahme sind Jagdhunde im Rahmen jagdlicher Tätigkeiten sowie für Polizeihunde. Damit sind Spaziergänge in Begleitung eines frei laufenden Hundes auf dem Waldweg gestattet – aber nur solange der Hund absolut unter Kontrolle seines Führers auf dem Weg bleibt. Dies sei hier offensichtlich nicht der Fall gewesen.

Auch im Landschaftsschutz gesetzt steht, dass auch auf landwirtschaftlichen Flächen – und ausschließlich dort – Hunde unangeleint ihren Führer begleiten dürfen. Allerdings ist dabei darauf zu achten, dass die dort wild lebenden Tiere nicht gestört werden. Wer also mit seinem Vierbeiner auf einer solchen Fläche rennen und toben möchte, bedarf zumindest der Einwilligung des Grundstückseigentümers bzw. des Nutzungsberechtigten, und auch nur dann, wenn die Nutzung keine direkte oder indirekte Beeinträchtigung der Landwirtschaft (z.B. durch Kot des Hundes) oder des Jagdbetriebes (z.B. Hetzen des Wilds) beinhaltet.

Auch Hetzen reicht zum Töten

Das Landesjagdgesetz regelt den Schutz des Wildes vor wildernden Hunden und gibt den Jagdausübungsberechtigten entsprechende Vollmachten dort tätig zu werden. Aber so weit muss es ja nicht kommen. Gerade in Zeiten mit aktueller Wetterlage (Schneefall und Frost) findet das Wild nur schlecht entsprechende Nahrung und selbst kurzes Hetzen durch einen Hund kann aufgrund des Energieverlustes zum Tode des Wilds führen.

Und damit es nicht so weit komme wird an alle Hundhalter appelliert, Hunde an der Leine zu führen.