Rainchen vor einer dauerhaften Öffnung?

Bad Berleburg..  Mit dem Straßen- und Wegebewirtschaftungskonzept hat sich die zuständige, mehrköpfige Projektgruppe vor wenigen Tagen beschäftigt. Neben Politikern gehören ihr u.a. auch Grundstückseigentümer, Waldbauern und Landwirte an. Bis zum Sommer, so berichtete der Erste Beigeordnete Jürgen Weber am Dienstag im Bauausschuss, müssen die Hauptkriterien und Regelungen für die Hierarchisierung der Wege abgeschlossen sein.

„Das ist notwendig, damit wir weiter Aussicht auf die Fördermittel haben“, sagte Weber. Er wies einen Einwand von Wolfgang Lückert (Grüne) zurück, der auch einen „Vertreter des Fürstlichen Hauses in der Projektgruppe sehen“ möchte; denn – so Lückert – „die sind ja die größten Kaputtmacher der Wege.“ Weber ermahnte Lückert zur „Vorsicht mit solchen Äußerungen“ und erklärte, dass die Belange der Rentkammer „in gesonderten Verhandlungen berücksichtigt werden“.

Das besagte Konzept wird auch Auswirkungen auf die künftige Öffnung der drei Rainchen in der Kernstadt haben. Ausschussvorsitzender Martin Schneider sprach am Abend aus, was alle wissen: „Jede Absperrung wird umlaufen“. Sein CDU-Fraktionskollege Werner Wegener forderte, die Sperrungen komplett aufzuheben. Die Rainchen seien nicht nur eine notwendige Verbindung zwischen Ober- und Unterstadt für die Anwohner, sondern als historische Verbindungswege auch von touristischem Interesse – spätestens dann, wenn am Goetheplatz ein Anlaufpunkt des BLB-Tourismus für Gäste der Stadt eingerichtet ist.

Das unterstrich Otto Marburger , daran erinnerte, dass er „vor 60 Jahren als Schüler die Rainchen nutzte, um in den Unterricht in der Baracke hinter der heutigen Musikschule“ zu gelangen.

Freiwillige Reinigung gescheitert

Jürgen Weber wies darauf hin, dass es sich bei den Rainchen um „reine Verbindungswege ohne Erschließung für Anwohner“ handelt. Es herrsche dort ein „extrem starker Nutzungsdruck.“

Im Zuge des Wegebewirtschaftungskonzeptes sollen auch Festlegungen zu Zahlungspflichtigen für Unterhaltung und Winterdienst getroffen werden. Eine freiwillige Reinigung, das stellte Abteilungsleiter Wolfgang Grund fest, sei leider nicht zustande gekommen, weil sich der dafür zunächst bereite Gemeinschaftsverein Bad Berleburg inzwischen aufgelöst hat.