Räudiger Fuchs am Forsthaus Homrighausen

Heimische Füchse können Opfer der Räude werden – eine Krankheit, die dann auch für Haustiere gefährlich werden kann.
Heimische Füchse können Opfer der Räude werden – eine Krankheit, die dann auch für Haustiere gefährlich werden kann.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Fuchs-Population in Wittgenstein wächst. Und damit steigt auch für Haustiere wie Hund und Katze die Gefahr von Räude, Staupe und Fuchsbandwurm.

Bad Berleburg.  Als Patrick Rath, Berufsjäger bei der Wittgenstein Berleburg’schen Rentkammer, am Freitagmorgen die Tür am Forsthaus Homrighausen hinter sich schloss, bemerkte er, dass seine Hunde im Zwinger unruhiger waren als sonst. Die Ursache erkannte Rath sofort: Ein Fuchs schnürte wenige Meter entfernt. Patrick Rath erlegte das Tier, und es kam sofort ein böses Erwachen: „Der Fuchs war voll mit Räude“, resümierte der Jäger. Er packte den stark abgemagerten Fuchs auf seinen Pickup, um ihn mit zur Ökonomie der Rentkammer zu nehmen, von wo aus er zur Tierkörperbeseitigungsanstalt kommt.

Patrick Rath zeigt auf den Kadaver: „Die Tiere werden von Milben befallen. Sie magern ab und jucken sich zu Tode“, erklärt der Leiter der Berufsjäger.

Krankheit ist fast immer tödlich

Im fortgeschrittenen Stadium, so der Fachmann, bewegen sich die Tiere kaum noch. „Dann gehen sie zur Futtersuche nicht mehr ins Feld, sondern in die Wohngebiete“, erklärt Rath. „Das ist die Worst-Case-Situation, wenn ein räudiger Fuchs am Komposthaufen schnuppert und Kinder oder Haustiere die Milben mit ins Haus nehmen“, macht Markus Surwehme, ebenfalls Berufsjäger, deutlich. „Die befallenen Tiere streifen die Milben überall ab“, verdeutlicht Patrick Rath die Gefahr der Räude. Wird ein Haustier befallen, gibt es fast keine Rettung mehr. „Den Befall mit Medikamenten in den Griff zu bekommen, ist sehr schwierig und aufwändig“, macht er klar. Ist ein Tier - und die Räude ist auf Hunde und Katzen übertragbar - einmal befallen, führt dies fast immer zum Tod.

Impfen kann man gegen die Räude nicht, da es sich um eine Erkrankung handelt, die durch Parasiten ausgelöst wird. „Wenn befallene Tiere sich stark jucken, gibt es offene Stellen am gesamten Fell, wodurch es dann zu vielen Infektionen kommt“, beschreibt Patrick Rath den Krankheitsverlauf.

Problem seit 2012 angewachsen

Gerade in den letzten zwei Jahren sei die Räude bei Füchsen sehr häufig aufgetreten. Das Problem sei, so die Berufsjäger, dass es mit einer Erhöhung der Population zu immer mehr Erkrankungsfällen kommt, die eine Gefahr für Haustiere darstellen. „Deshalb brauchen wir alle Möglichkeiten, eine tierschutzgerechte Bejagung durchführen zu können“, machen Patrick Rath und Markus Surwehme deutlich. Mit der derzeitigen Novellierung des Landesjagdgesetztes würde die Baujagd und die Fangjagd auf Füchse aber weitgehend verboten. „Nur mit Büchse und Flinte kann man diese Gefahr nicht effektiv einbannen“, erklären sie. Es gehe nicht darum, Füchse komplett abschießen oder ausrotten zu wollen, sondern die drohenden Gefahren nicht nur durch Räude, sondern auch durch Staupe und Fuchsbandwurm einzudämmen.“Beim Thema Fuchsbejagung fehlt unserer Regierung - besonders den Grünen - eine ideologiefreie und objektive Betrachtungsweise“, ärgert sich Rath. „Das Auftreten einer Seuche ist immer ein Zeichen der Natur, dass eine Population zu hoch ist und sie sich selbst zu regulieren versucht“, erklärt Markus Surwehme. Die Frage sei nur, zu welchem Preis das geschehe.

„Es wird noch nicht genug getan, wenn wir Räudefüchsen begegnen“, macht Patrick Rath unmissverständlich klar. Er hat mit dem Abschuss des abgemagerten Fuchses nicht nur seine eigenen Hunde geschützt, sondern dem Tier auch einen qualvollen, langsamen Tod erspart.

Für weitere Infos verweisen die beiden Berufsjäger an die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung in Bonn, E-Mail-Kontakt: FJW@lanuv.nrw.de