Pastor Lerch bekommt bald Unterstützung

Bad Berleburg..  Daniel Feldmann wird am 1. August als neuer Gemeindeassistent im Pastoralverbund Wittgenstein arbeiten. Damit unterstützt der 25-jährige, gebürtiger Olper, den katholischen Pastor Dr. Bernhard Lerch bei seinem Wirken. Der Heimatzeitung stand Daniel Feldmann Rede und Antwort.

Wie sah Ihre Ausbildung aus?

Daniel Feldmann: Begonnen hat meine Karriere in der Jugendarbeit meiner Heimatgemeinde. Hier wurde ich nach meiner Erstkommunion Messdiener und Mitglied in der KjG (Katholische junge Gemeinde), einem Jugendverband, dem sich unsere Pfarrjugend angeschlossen hatte. Dort nahm ich an den unterschiedlichsten Aktionen teil und fuhr auch mit zu den Ferienfreizeiten und Zeltlagern. Später – ab dem Alter von 15 Jahren – war ich in der Leitung dieser Gruppierungen aktiv. Bei der Gestaltung und Organisation der Angebote unserer Pfarrjugend arbeitete ich viel mit einer unserer Gemeindereferentinnen zusammen. Diese Zusammenarbeit hat mein Interesse an dem Beruf des Gemeindereferenten geweckt.

Dann war die Schulzeit zu Ende. Was kam danach?

Nachdem ich mein Abitur gemacht hatte, nahm ich das Studium der Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule NRW in Paderborn auf. Die Beendigung dieses Bachelorstudiengangs ist die Voraussetzung, um als Gemeindeassistent von einem Bistum eingestellt zu werden. Das Studium ist sehr praxisorientiert ausgerichtet, so durfte ich mich bereits während des Studiums in den Aufgabenfeldern eines Gemeindereferenten erproben. In einem längeren Praktikum im Kreis Herford lernte ich kennen, was es heißt, wenn die Katholiken nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmachen – in Olpe oder gar in Paderborn ist schließlich fast jeder katholisch – für mich also eine ganz neue Erfahrung. Es war eine sehr schöne und prägende Zeit für mich.

Und die ersten Erfahrungen in der praktischen Arbeit?

Nach dem Studium habe ich nun den Großteil meiner Assistenzzeit im Süden Dortmunds verbracht. Die Assistenzzeit ist sozusagen das Referendariat eines Gemeindereferenten. Hier bin ich Teil eines großen Teams mit insgesamt zehn pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In den vergangenen zwei Jahren, in denen ich in Dortmund lebte und arbeitete, bin ich voll in die Aufgaben eines Gemeindereferenten eingestiegen.

Was sind die Aufgaben eines Gemeindeassistenten?

Die Aufgabenfelder von Gemeindereferenten bzw. Gemeindeassistenten sind sehr vielfältig. Welche Aufgaben ich im Pastoralverbund Wittgenstein genau wahrnehmen werde, wird sich in zu Beginn meiner Tätigkeit vor Ort und in Absprache mit Pfarrer Lerch zeigen.

Die Begleitung von Menschen in verschiedenen Lebenssituationen steht hier im Vordergrund. Es ist davon auszugehen, dass ich mit Menschen aller Altersgruppen in Kontakt kommen werde. Klassische Aufgaben sind die Vorbereitung von Kindern und Jugendlichen auf die Erstkommunion oder die Firmung. Aber auch in der Erwachsenenbildung oder dem schulischen Religionsunterricht liegen mögliche Tätigkeitsfelder. Begleitung von Menschen kann auch in Lehrerfortbildungen oder Weiterbildungsangeboten für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stattfinden. Diese können sowohl praktisch-methodisch als auch spirituell geprägt sein. Grundsätzlich geht es aber nicht nur darum, bestehende Felder zu bearbeiten und aufrecht zu erhalten, sondern auch neue Bereiche zu erschließen.

Welche Erwartungen haben SIe an Ihre neue Stelle?

Sehr gespannt bin ich auf den Bereich der Jugendarbeit, der in den letzten Jahren im Wittgensteiner Land an Bedeutung gewonnen hat. Ich möchte gerne an der Gestaltung und Weiterentwicklung der Freizeit- und Ferienangebote mitwirken, die Kindern Raum für Spiel und Spaß bietet und es Jugendlichen ermöglicht, sich auszuprobieren und eigene Ideen umzusetzen.

Auch die Vorbereitung und (Mit-)Gestaltung von unterschiedlichen Gottesdienstformen wird ein Bereich sein, in den ich mich einbringen werde.

Darüber hinaus hat aber auch die Hilfe in Einzelfällen einen hohen Stellenwert. Die Mitarbeit und Begleitung von diakonischen Angeboten liegt mir sehr am Herzen. Hier dürfen meiner Meinung nach Konfession oder Religion keine Grenze bilden. So gehören auch der überkonfessionelle bzw. interreligiöse Dialog zu meinen zukünftigen Aufgaben. Die Möglichkeiten sind vielfältig und ich habe sicher noch lange nicht alles aufgezählt. Was genau ich wann tue hängt immer mit der konkreten Situation zusammen. Generell möchte ich in meiner Arbeit als Gemeindeassistent (oder ab Juli 2016 Gemeindereferent) gerne auch neue Wege gehen!

Haben Sie das Wittgensteiner Land schon einmal kennengelernt?

Das Wittgensteiner Land ist mir ehrlich gesagt weitestgehend unbekannt. Ich freue mich aber darauf, die Gegend und die Menschen kennenzulernen!