Papier nicht nur als Mittel zum Schreiben interessant

Den Abschluss bildete der Besuch einer Papierfabrik in Hatzfeld. Die Firma Hollingworth & Vose stellt Spezialpapiere her und ermöglichte einen Einblick in die Verfahrensprozesse, die im kleinen Maßstab auch in der Schule durchgeführt wurden
Den Abschluss bildete der Besuch einer Papierfabrik in Hatzfeld. Die Firma Hollingworth & Vose stellt Spezialpapiere her und ermöglichte einen Einblick in die Verfahrensprozesse, die im kleinen Maßstab auch in der Schule durchgeführt wurden
Foto: WP

Bad Berleburg..  In Zeiten der Digitalisierung, des papierlosen Büros und der Arbeit mit Smartphone und Smartboard mutet es antiquiert an, das Papier an sich zur Grundlage des Arbeitens zu machen. So geschieht es im Zusammenspiel mit Schulbuch und Schulheft besonders häufig in der Schule. Das Papier spielt im Unterricht des Faches Ökologie am Johannes-Althusius-Gymnasiums jedoch nicht nur die Rolle des Mittels zum Schreiben. Es wurde selber zur Hauptsache.

Zeitaufwändiger Prozess

In einer 8. Klasse wurde Zeitungspapier wieder zu gebrauchsfähigem Papier recycelt. Dabei lernten die Schüler die Schritte kennen, die auch das Papier in einer Recyclinganlage durchläuft. Die durchaus aufwändigen Prozesse des Zerkleinerns, des Herstellens eines faserigen Breis, das Herauslösen von nicht erwünschten Bestandteilen wie der Druckfarbe, sowie das Reinigen des Restes und das wieder Zusammenfügen des Faserbreis waren Arbeitsschritte, die jeder Schüler mit den Händen greifen konnte, natürlich unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften.

Der zeitaufwändige Prozess führte schließlich auch zum Erfolg: Nach einigen Stunden konnte die Gruppe ein selbst hergestelltes Papier vorweisen, das alle Eigenschaften eines gekauften Blattes besaß. Alle waren sichtlich erfreut über das Ergebnis.

Den Abschluss der Unterrichtseinheit bildete der Besuch einer Papierfabrik in Hatzfeld. Die Firma Hollingworth & Vose stellt Spezialpapiere her und ermöglichte einen Einblick in die Verfahrensprozesse, die im kleinen Maßstab auch in der Schule durchgeführt wurden. Die Größe der Maschinen wirkte bei allen sehr beeindruckend, denn meterhohe Rührkessel sehen doch ungewohnt aus.

Die automatisierte Herstellung des Papiers in einer ca. 50 Meter langen Straße war in seinen Schritten dennoch mit den selber durchgeführten Verfahren vergleichbar. Praktisch nebenbei: Der Ausbildungsleiter, der den Besuch ermöglichte, erläuterte die Möglichkeiten des Arbeitens in der Papierindustrie, vom Handwerker bis zum Ingenieur und Chemiker – ein mögliches Betriebspraktikum, nur eine Busfahrt vom Zentrum Bad Berleburgs entfernt, inbegriffen.