Ohne Anstrengung zu Quellen und Wisenten

In allen drei Kommunen Wittgensteins gibt es „Tankstellen" für E-Bikes. Hier lädt Schülerin Emma Rothenpieler am Haus des Gastes in Bad Laasphe den Akku auf.
In allen drei Kommunen Wittgensteins gibt es „Tankstellen" für E-Bikes. Hier lädt Schülerin Emma Rothenpieler am Haus des Gastes in Bad Laasphe den Akku auf.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In Wittgenstein sollen die Touristen verstärkt auf Leih-Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden. Die Saison geht allmählich los.

Wittgenstein..  „Leihen Sie sich ein E-Bike aus und erleben Sie die Wunderwelt am Rothaarsteig in einer neuen Dimension!“ So wirbt die Stadt Bad Berleburg im Internet für den Verleih der Batterie betriebenen Zweiräder. Doch nicht nur an der Odeborn, sondern auch in den Kommunen an Lahn und Eder gibt es das Angebot für Bürger und Touristen. Die Nachfrage ist unterschiedlich, wie eine aktuelle Nachfrage der Westfalenpost ergab.

„So ganz der Brüller ist es bei uns noch nicht.“ Diese Einschätzung des Verleihers an der Erndtebrücker Aral-Tankstelle ist bei der im Rathaus für Touristik zuständigen Helga Trettin angekommen – rückblickend auf das Jahr 2014. Allerdings mit ansteigender Tendenz. „Es scheint sich jetzt zu etablieren“, hat Trettin eine erhöhte Nachfrage in der frisch begonnenen Saison festgestellt. Vier Räder stehen in Erndtebrück zur Verfügung. Genutzt werden sie von Gästen, aber auch Erndtebrückern selbst, die laut Helga Trettin „gern mal durch die Breidenbach nach Schameder und über Birkelbach zurück“ eine Runde drehen. Bevorzugt genutzt wird das Rad mit dem elektrischen Hilfsmotor auch im Elberndorftal oder „zu den Quellen von Eder, Lahn und Sieg“.

Holländer nutzen das Angebot

Dieses Ziel an der Grenze zwischen Wittgenstein und Siegerland steuern mit Vorliebe auch die Touristen von Bad Laasphe aus an. Bei der TKS stehen zwei E-Bikes zur Verfügung. Ausgeliehen wurden sie im vergangenen Jahr rund 40 Mal, „oft über mehrere Tage“, weiß Marika Letzel (TKS), „dabei halten sich Wochenenden oder der Zeitraum während der Woche ungefähr die Waage.“ Das liege vielleicht an den Anreisetagen eines Hotels, in dem donnerstags und montags die Ankünfte stattfinden. Oft nutzten Holländer das Angebot der Akku-Hilfe beim Strampeln, denn „vor unseren Bergen haben die schon Manschetten“.

Die Bad Laaspher Touristiker sind „auf den Gast eingestellt. Und dafür sind wir flexibel“, nennt Marika Letzel ein Beispiel: „Wenn unser Büro geschlossen ist, werden die Räder auch im Pilzmuseum oder neben an in den Lahnstuben entgegengenommen.“ Zurück sind die „Kunden“ dann häufig von einem Tagesausflug zum Schloss Biedenkopf, nach Marburg oder von einer mehrtägigen Tour auf dem Lahnradweg.

In Bad Berleburg läuft durch die Neu-Ausrichtung des Tourismuskonzeptes eine Umstrukturierung in Sache E-Bike. Zwei Räder stehen am Rathaus bereit; doch sollen sie bald „näher am Kunden“ sein, erklärt Bettina (BLB-Tourismus). Auch wenn die Räder bisher „nicht dauerhaft ausgebucht“ gewesen sind, so wisse man: „Bedarf ist da.“

Auch der Dorfverein bietet Service an

Neben einigen gewerblichen Fahrrad-Verleihern bietet auch der Dorfverein Aue-Wingeshausen diesen Service an. Zwei Bikes stehen bei Ortsvorsteher Karl-Heinrich Sonneborn parat. „Und wenn einer mehr braucht, kann ich zwei private von mir noch abgeben“, gibt sich Sonneborn großzügig – für die Gäste in seinem Dorf. Denn die werden mehr. Auch dort ist u.a. durch die Wisent-Wildnis der Bedarf an Bikes gestiegen. Daher sei eine örtliche Gastronomie als Standort des Verleihs in Wingeshausen im Gespräch. Generell empfiehlt Sonneborn den Wirtsleuten das Aufladen der Akkus zu ermöglichen; denn in der Ladephase „werden die Leute ja wohl auch etwas verzehren,“ weiß Sonneborn aus eigener Erfahrung, wenn er auf seine Tour zum Alpenhaus das Ladegerät mitnimmt.