Nicht schön und filigran, aber genau
29.08.2008 | 20:45 Uhr 2008-08-29T20:45:13+0200Alertshausen. (sk) Ein alter Alertshäuser tickt endlich wieder richtig: Die Turmuhr der Alertshäuser Kapelle geht seit einigen Tagen wieder auf die Sekunde genau. ...
... Grund dafür ist ein neues, elektrisches Uhrwerk, das über eine Funkantenne immer auf der Höhe der Zeit ist. Nachdem das antiquierte, mechanische Uhrwerk aus den 1950er Jahren seit einiger Zeit seinen Dienst nur noch stotternd wahrnahm, wurde es am 22. August in den lang verdienten Ruhestand geschickt. Den Platz des in den 1930er Jahren gebauten "Alertshäuser Originals" übernimmt nun eine elektrische Vorrichtung. Bei weitem nicht so schön und filigran wie die kleinen Zahnrädchen und Stränge im hölzernen Uhrenkasten im Dachstuhl der Kapelle, aber auch der graue "Blechkasten" mit der roten Digitalanzeige bewegt schlussendlich die Zeiger auf dem erst kürzlich von Anke Althaus-Aderhold entworfenen neuen Ziffernblatt. Die Uhrwerke wurden im Zuge einer Kompletterneuerung der Alertshäuser Kapelle ausgetauscht. Im Vorfeld waren schon Zeiger und Zifferblätter ebenso wie die Neueindeckung des Turms und der Ersatz des "Gockels" auf dessen Spitze in Angriff genommen worden. Letzterer hatte im Zweiten Weltkrieg "Federn" lassen müssen, als die in Alertshausen stationierte Scharfschützentruppe ihn als geeignetes Zielobjekt für kleinere Schießübungen auserkoren hatte. Der völlig verrostete Wetterhahn befindet sich noch immer unter dem Dach der Kirche und zeugt mitsamt der zugehörigen Kugel von der Langeweile der Scharfschützen. Auf die Uhr, so hoffen alle Beteiligten, wird vorerst nicht geschossen werden, haben sie doch Fernmeldemeister Karl-Heinz Grau und Ortsvorsteher Hartmut Schukey selbst installiert. Erworben haben sie die elektronisch gesteuerte Kirchturmuhr in einem Internetauktionshaus.
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