Neuer Standort für 40 Flüchtlinge

Die Stadt Bad Laasphe baut einen neuen Container-Standort für Flüchtlinge am Thüringer Weg. Dafür muss ein städtisches Waldstück teilweise gerodet werden.
Die Stadt Bad Laasphe baut einen neuen Container-Standort für Flüchtlinge am Thüringer Weg. Dafür muss ein städtisches Waldstück teilweise gerodet werden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Für rund 430 000 Euro entsteht in einem Waldstück an der Ecke Bahnhofstraße/Thüringer Straße ein Standort mit acht Wohnmodulen. Bis zum Sommer soll alles fertig sein.

Bad Laasphe..  Ein städtisches Waldstück an der Ecke Bahnhofstraße/Thüringer Weg – das wird der neue Container-Standort in der Bad Laaspher Kernstadt, um insgesamt 40 weitere Flüchtlinge unterzubringen. Dafür sollen für rund 430 000 Euro zwei mal vier Wohnmodule aufgebaut werden, so Volker Kohlberger vom Fachbereich Bürgerdienste am Dienstag bei einem Pressegespräch im Bad Laaspher Rathaus. Dringend nötige zusätzliche Unterkünfte mieten, kaufen oder gar neu bauen? Das sei bautechnisch mit vielen Auflagen bis hin zum Brandschutz und letztlich erheblichen Kosten verbunden, macht Kohlberger deutlich. Daher nun die „Mobilheime“, die in der geplanten Einheit „gut betreut werden können“, etwa durch das Sozialamt.

Politiker „überraschend einig“

„Wir haben derzeit etwa 100 Asylbewerber im Stadtgebiet“, so Bad Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann. Davon stammten etwa 80 bis 90 Prozent aus sicheren Herkunftsländern, so dass sie im Asylverfahren wohl „keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bekommen würden“. Damit bleibt die Lage im Stadtgebiet also unübersichtlich, weil sich die Zahl künftiger Flüchtlinge nur schlecht schätzen lässt. Mit den neuen Modulen kann die Verwaltung nun aber flexibel auf die Entwicklung reagieren. Volker Kohlberger rechnet mit 60 Neuankömmlingen im laufenden Jahr, aber eben auch mit Abschiebungen.

„Bei diesem Standort waren wir uns fraktionsübergreifend überraschend einig“, so Günter Wagner (CDU). Er befürwortet den Standort in der Kernstadt, findet aber, dass die leerstehende Hauptschule langfristig doch die bessere Alternative sei. Dieser Meinung sei im Übrigen die gesamte CDU-Fraktion. Für einen Umbau dort längen die Kosten aber „um ein Drittel höher“, so Bürgermeister Spillmann. „Das wäre okay, wenn ich Geld vom Land bekommen würde.“

Neue Diskussion für weitere Areale

Auch Anne Bade (Grüne) hält die gefundene Lösung für einen „guten Ansatz“. Es entstehe hier kein großes Ghetto. Ferner versuche man in Bad Laasphe ja auch, für und mit den Flüchtlingen soziale Netzwerke zu knüpfen. „Es war entscheidend, dass die Menschen hier etwas Neues bekommen“, sagt Klaus Preis (FDP) – „an einem vernünftigen Standort“. Und der sei sogar noch erweiterbar, so der Liberale mit Blick auf die Planskizzen.

Und wenn nun noch ein weiterer Standort nötig würde? Dann werde der auf jeden Fall neu diskutiert, sind sich Politik und Verwaltung einig. Mögliche Areale in der Kernstadt, aber auch in Feudingen habe man im Hinterkopf. Ob dabei die Module auch künftig die ultimative Lösung bei der Unterbringung von Flüchtlingen sind, lasse sich jetzt aber noch nicht sagen, so der Bürgermeister. Denn: „Das ist ja auch für uns ein Lernprozess.“