Neuer Linker wirbt bei UWG-Wählern um weiteres Vertrauen

Bad Berleburg..  In einem „Offenen Brief an die UWG-Wähler Bad Berleburg“ wirbt der Politiker Hans-Ullrich Seibel nun um deren Vertrauen auch nach seinem Wechsel hinüber zur Linken. „Mein Wahlversprechen, mich für Eure Belange und Vorschläge einzusetzen, hat weiterhin Gültigkeit“, so Seibel. „Mit der neuen Partei kann ich dies noch besser realisieren.“

Warnung vor „Familiengesellschaft“

Er habe sich den Wechsel „nicht leicht gemacht“, betont Seibel – und erklärt, warum er sein Mandat als Stadtverordneter „aus Überzeugung und ebenso aus politischer Verantwortung behalten“ wolle: „Meine Überzeugung zielt darauf ab, dass dies eine in rechtlicher Hinsicht völlig unstrittige und damit untadelige, zulässige Handlungsweise ist.

Wenn nun jemand vorgeblich aus moralischen Gründen etwas anderes fordert, so scheint dies offensichtlich auf ganz persönlichen Motiven zu beruhen: Der nächste Kandidat als mein möglicher Nachfolger auf der Reserveliste würde nach bisheriger Erfahrung aus beruflichen Gründen überwiegend verhindert sein.“ Also würde mit Marion Linde, Ehefrau des bisherigen Fraktionschefs Horst-Günter Linde, „die dann noch einzig verbliebene, nachfolgende, mögliche Kandidatin nachrücken“. Damit, so fürchtet Seibel, entstehe eine „Familiengesellschaft“, die „in der Wählergemeinschaft weit überwiegend abgelehnt würde“.

Es sei also seine Überzeugung, so Seibel weiter, „dass ich durch eine Mandatsniederlegung mehr und zwar dann berechtigte Kritik ernten würde als augenblicklich durch Herrn Linde, der einzig Machterhalt zu suchen scheint.“

Da die Partei „Die Linke“ bereits soziale Themen in ihrem Programm habe, etwa „Kinderarmut, Altersarmut, Schimmel in den Hochhäusern im Berliner Viertel, und derzeit wohl bestens aufgestellt ist in Sachen Analyse und Kontrolle des öffentlichen Haushaltswesens und vieles andere“, so Seibel an die Wähler, „habe ich hier eine Gemeinschaft gefunden, in der ich verstärkt gleichermaßen auch für Sie und unsere bisherigen Ziele eintreten kann. ... Bei der alten UWG bin ich dabei in letzter Zeit zu oft an Grenzen gestoßen, weshalb bin ich dort folgerichtig ausgetreten bin.“