Neue Freunde für die Harfenistin

Die Harfenistin Olja Kaiser, mannigfache Preisträgerin erfreut mit zarten Weisen das Erndtebrücker Publikum. Fünf bekannte Gesichter der Philharmonie Südwestfalen formieren siech bisweilen als Streichquintett und betreten und durchstreifen die Welt der internationalen Streicher-Epochen.
Die Harfenistin Olja Kaiser, mannigfache Preisträgerin erfreut mit zarten Weisen das Erndtebrücker Publikum. Fünf bekannte Gesichter der Philharmonie Südwestfalen formieren siech bisweilen als Streichquintett und betreten und durchstreifen die Welt der internationalen Streicher-Epochen.
Foto: WP

Erndtebrück..  Wunderschöne Harfenklänge, sanft und melodisch sind bereits außerhalb der Erndtebrücker evangelischen Kirche hörbar. Die Absolventin des Moskauer Tschaikowski-Konservatoriums, Olja Kaiser, gewöhnt ihr mannshohes Instrument an die recht kühlen Temperaturen im Gotteshaus. Saiteninstrumente nehmen es rasch übel, wenn sie extremen Bedingungen ausgesetzt sind. Es ist fast wie den eigenen Körper ans Wetter zu gewöhnen.

Olja Kaiser bietet in Erndtebrück den Auftakt zum Programm von „Sonntags um Fünf – Neujahrskonzert“, welches die Erndtebrücker Kulturinitiative gemeinsam mit dem Hilchenbacher Gebrüder Busch Kreis organisiert. Keine geringeren als Solisten der Philharmonie Südwestfalen bieten dabei gern ihre hohe Professionalität an. Das Gesamtorchester absolvierte seit Jahresbeginn 13 große Konzerte im südwestfälischen Raum, darunter auch mit diesem in Erndtebrück drei im Altkreis Wittgenstein.

Umfangreiches Repertoire

Die junge Russin bietet ein umfangreiches Konzertrepertoire, woraus sie in Erndtebrück ein gediegene Kostprobe gibt. Ein breites Spektrum aus klassischer Musik aller Stilepochen bis hin zur gehobenen internationalen Unterhaltungsmusik hat Olja Kaiser in ihr Programm aufgenommen. Aktuell macht sie einen Ausflug zu Giovanni Battista Pescetti und seiner Sonata in c-moll, gefolgt von Domenico Gaetano Maria Donizettis sehr temperamentvolle Fantasie aus der Oper „Lucia di Lammermoor. Mit Pearl Chertoks „Around the Clock Suite“ knüpfte die Musikerin ein Band ins 20. Jahrhundert und „engagierte“ ihren Kollegen, den Kontrabassisten Eric Steffen als Vortragenden der entsprechenden englischen Zeilen zum Werk der amerikanischen Harfenistin und Komponistin. Last but not least erreichte Olja Kaiser die Menschen in der gut gefüllten Kirche mit Peter Tschaikowskis „Fantaisie sur un Thème de l´opéra Eugène Onegin“.

Dezentes Instrument

Es darf getrost von einer „Veredelung“ des niveauvollen Spiels gesprochen werden. Die Harfe hat aufgrund ihrer Größe und ihres Corpus einen noblen und repräsentativen Charakter und verfügt gleichzeitig über Unaufdringlichkeit und ansprechend Dezentes. In Erndtebrück hat Olja Kaiser nun mit größter Sicherheit viele neue Fans an ihrer Seite. Nach einer gut zehnminütigen Pause „erobern“ sich die Streicher-Kollegen der Philharmonie Südwestfalen ihren Platz im Chorraum der Kirche. Mit Sohein Takahata, Johanna Wessel (Violinen), Elisabeth Lappe (Viola), Michael Kolfhaus (Violoncello) und Eric Steffens (Kontrabass) betreten bereits gut bekannte Gesichter den Ort des Geschehens.

Voluminöser, aber nicht minder bezaubernd steht Giovanni Battista Sammartinis „Sinfonie A-Dur“ im Raum. Drei Sätze voller Inbrunst, Schönheit mit hohem Unterhaltungsgrad beflügeln hier die Gedanken. Oft wird von Kopfkino sinniert, hier darf der Fantasie freier Lauf gelassen werden, ebenso wie beim folgenden Werk von Georg Philipp Telemann. Der Meister des Barock verfasste eine Suite für Streicher in zwei Sätzen. Das Werk dient hier als Ersatz für Ferenc Farkas „Partita all ungaresca“, auf dessen Präsentation die Streicher verzichten wollten, aufgrund von Notenproblemen. Schließlich kommt aber doch noch der zweite Satz dieses Werkes zu Gehör, weil’s so schön ist.

Mozart ein Muss

Zwei Tage vor seinem 259. Geburtstag ist das „Wolferl“ natürlich ein absolutes Muss. Der Salzburger Mozart darf eigentlich in keinem Kammerkonzert fehlen. Und so setzt das Streich-Quintett das „Divertimento in D-Dur, KV 136“ in drei Sätzen ins Finale des schönen, erhabenen Neujahrskonzertes in Erndtebrück. Erquickende Musik diverser Epochen mit größtem Gusto.