Nachwuchs wagt sich aus dem Bau

Bad Berleburg..  Kleine Füchse sind noch nicht geprägt. Der Mensch ist für sie nur ein anderes interessantes Tier in ihrer Umgebung. Diese Erfahrung hat Naturfotograf Wolfgang Radenbach auch bei seiner Fotosession in den vergangenen Wochen wieder gemacht. „Ich habe mich hingesetzt und sie haben mich neugierig betrachtet“, schildert er seine Eindrücke am Fuchsbau in den Berleburger Wäldern. Seine Aufnahmen von den fünf kleinen Füchsen spiegeln diese Unbekümmertheit wider. Anders sieht es da schon bei ihrer Mutter, der Fähe aus, die ihren Nachwuchs mit Nahrung versorgt. Das sind in erster Linie Mäuse. Aber auch Junghasen und kleine Rehkitze können zu ihrer Beute gehören. Nicht zuletzt deshalb, aber auch wegen der Tollwut, wurde die Fuchspopulation Ende des vergangenen Jahrhunderts stark dezimiert.

Bei den Vergasungsaktionen an den Fuchsbauten blieben freilich auch andere Bewohner auf der Strecke – die Dachse. Auch die hat Wolfgang Radenbach am Fuchsbau aufs Foto gebannt. Denn sie sind die eigentlichen Baumeister des unterirdischen Ganglabyrinths, das imposante Größen erreichen kann. Bis zu 30 Meter im Durchmesser kann ihr Bau haben. Und erst in fünf Metern Tiefe erreicht man den so genannten Wohnkessel, den sich die kleinen Raubtiere mit Laub und Moos gemütlich gestalten. Dachsbauten können über Jahrzehnte genutzt werden.

Nachtaktiv

Im Gegensatz zum Fuchs ist der Dachs allerdings nachtaktiv. Deshalb bekommen ihn Fotografen auch deutlich weniger vor die Linse. „Das bedeutet, dass man häufig mit Blitz arbeiten muss“, nennt der Berghäuser Fotograf die Unterschiede zum Fuchs.

Gleichwohl ist er immer wieder fasziniert von der Unbekümmertheit der jungen Tiere. „Mein Antrieb zum Fotografieren ist die Liebe zum Wild“, nennt er die Gründe für seine fotografischen Streifzüge in der Natur, die nicht nur Kenntnisse vom Wild erfordern, sondern auch einen behutsamen Umgang damit. „Das gilt ganz besonders für die Brutstätten. Man darf dort auf keinen Fall stören.“