Nach einem Biss ins Bein zeigt der Angeklagte vor Gericht Reue

Bad Berleburg..  Die eigentliche Tat ist zwar kaum nachvollziehbar, mit seinem Nachtatverhalten hat der 30 Jahre junge Mann aber Akzente gesetzt – und zwar im positiven Sinn.

Im Februar diesen Jahres gerät der Bad Berleburger mit einem zwei Jahre jüngeren Heranwachsenden in einen Streit, erst verbal, aber plötzlich liegt sein Kontrahent am Boden. Dann passiert etwas, dass glücklicherweise nur höchst selten vorkommt – der 20-Jährige beißt sein Opfer ins Bein.

Sofort wird die Polizei alarmiert, die auch unmittelbar darauf am Ort des Geschehens eintritt. Der Aggressor ist jetzt voll in Rage, möglicherweise auch deshalb, weil seine Freundin beleidigt wurde. Ein Polizeibeamter will die Situation beruhigen, allerdings hat sich der Berleburger mittlerweile mit einer Steinplatte bewaffnet und will den Beamten angreifen, der den Randalierer allerdings überwältigen kann. Vor der Eskalation hat der Beschuldigte ordentlich ins Glas geschaut, zwei Promille wurden anschließend gemessen.

Völlig anders präsentierte er sich am Dienstag im Sitzungssaal. Den Vorfall räumte er voll und ganz ein. Aber nicht nur das: Seinem Opfer hatte er schon frühzeitig und außergerichtlich Schmerzensgeld zukommen lassen. Zudem kündigte der Mechaniker an, sein Alkoholproblem anzugehen. Solche Beschuldigten haben Amtsrichter Torsten Hoffmann und Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel eher selten vor ihren Pulten sitzen. Entsprechend fiel das Urteil aus. Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung muss der Berleburger ein Geldstrafe in Höhe von 65 Tagessätzen zu je 20 Euro zahlen.