Motorik und soziale Kompetenz in der Manege

Im Vordergrund übt ein Nachwuchsfakir den Umgang mit einer brennenden Fackel. Dahinter proben die Bodenartisten eine Menschenpyramide ein.
Im Vordergrund übt ein Nachwuchsfakir den Umgang mit einer brennenden Fackel. Dahinter proben die Bodenartisten eine Menschenpyramide ein.
Foto: WP

Niederlaasphe..  Jeder erinnert sich bestimmt an einen Zirkusbesuch: Schon beim Betreten des Zeltes befindet man sich in einer anderen Welt. Der Duft nach Heu und Sägemehl, die beeindruckende Höhe der Zirkuskuppel und die im Glanz der Scheinwerfer erstrahlende Manege lassen nicht nur jedes Kinderherz höher schlagen. Für 76 Niederlaaspher Grundschulkinder wird in diesen Tagen der Zirkustraum Wirklichkeit. Seit Dienstag proben sie im Rahmen eines vom Förderverein der Schule und einiger Sponsoren getragenen Projektes mit erfahrenen Artisten des „Circus for Kids Rondel“, um am kommenden Freitag im großen Zelt am Niederlaaspher Sportplatz in zwei Aufführungen ihre neu erworbenen Fähigkeiten zu präsentieren.

„Das Gesamterlebnis Zirkus und das gemeinsame Üben fördern die Mädchen und Jungen beim Aneignen einer ganzen Palette sozialer Kompetenzen. Ausgehend von der Erkenntnis, dass es für Kinder kaum etwas Faszinierenderes als den Zirkus gibt, hat die Kinderzirkusarbeit schon früh einen wichtigen Platz in der Pädagogik eingenommen“, erzählt Rondel-Chef René Ortmann. Das bestätigt auch die Niederlaaspher Schulleiterin Kerstin Frank: „Nicht zu vergessen sind die Förderung von motorischen Fähigkeiten und das Entwickeln von Ausdauer. Darüber hinaus entsteht natürlich auch ein Gemeinschaftsgefühl.“

Wie sehr sich Schülerinnen und Schüler, Lehrerschaft und Eltern auf diese außergewöhnliche Schulwoche freuen, war bereits am Sonntag beim Aufbau des Zirkuszeltes zu beobachten. Die Bitte der Artistencrew auf Unterstützung durch 20 Helfer wurde deutlich übererfüllt: 70 Personen aus dem Umfeld der Schule krempelten die Ärmel hoch, machten das „Richtfest“ mit anschließendem Kuchenbüfett und leckerem Gyros zu einem wahren Erlebnis.

Am Trapez unter der Kuppel

Am Montagvormittag lernten sich zunächst das Zirkusteam und die angehenden Nachwuchsartisten kennen, konnten die zuvor von der Schule in Gruppen eingeteilten Kinder in einer Vorstellung die verschiedenen artistischen Darbietungen sehen und je nach Neigung entscheiden, welche Darbietung sie einstudieren wollten. Keine Angst zeigte dabei Kerstin Frank, die vor ihren begeisterten Schülern als Trapezartistin der Zirkuskuppel recht nahe kam. Nicht weniger Mut als ihre Schulleiterin zeigten bei unserem Trainingsbesuch am Dienstag neben Antonia Wahin, Alessia Müller, Maria Plaum und Amelina Wydra (4. Schuljahr) auch die Erstklässlerinnen Mina Mahir und Lotte Langenbach, die sich nach kurzer Einführung von Zirkuschef René Ortmann am Trapez in die Höhe ziehen ließen. Gleich nebenan probten Alexia, Jascha und Nelli Tauben-, Ziegen- und Ponydressuren.

In der Turnhalle lernten die Nachwuchsfakire Hannes, Michael und Danilo das Spiel mit dem Feuer, bauten die Bodenartisten Alex, Paul und Jonas gemeinsam mit Zirkusmann Marco an einer Menschenpyramide.

Am Freitag wird um 15 und 18.30 Uhr zu zwei großen Gala-Veranstaltungen im großen Zirkuszelt neben dem Sportplatz Niederlaasphe eingeladen. Die Grundschüler freuen sich über viele Besucher. Es gibt nur noch wenige Karten an der Abendkasse.

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