Mitmach-Parcours verdeutlicht Suchtgefahren

Bad Berleburg..  „Wir leben nicht auf einer Insel der Glückseligkeit, wir sind aber auch keine Hochburg“, äußert sich Volker Schneider zu diversen Gerüchten, dass hier in der Region übermäßig viel mit Drogen gehandelt wird. Damit es gar nicht so weit kommt, sorgt aktuell im Bürgerhaus der Mitmachparcours zu Tabak und Alkohol mit dem Titel „KlarSicht“ für den nötigen Durchblick beim Nachwuchs. Initiiert worden ist die Kampagne von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, und die Projektleiterin heißt Ingrid Schmitt. Ihr ist es bei der Tour durch die Provinz wichtig, den Heranwachsenden nicht mit dem erhobener Zeigefinger entgegen zu treten.

Vier Schulen dabei

Die Vorarbeit hat allerdings jemand anderes geleistet, und zwar Julia Bade von der Stadtjugendpflege. Ihr war es im Vorfeld gelungen, mit den beiden Wittgensteiner Realschulen, Hauptschule Bad Berleburg und der Lachsbachschule aus Laasphe gleich vier Einrichtungen mit 250 Schülerinnen und Schülern für den ungewöhnlichen Mitmachparcours gewinnen zu können. Lobende Worte auf einem vorgelagerten Pressegespräch zollte auch Waltraud Schäfer. „Es ist wichtig über Suchtprävention zu sprechen“, machte die stellv. Landrätin deutlich. Auch das wird den Siebt- bis Neuntklässlern auf dem Pfad mit den fünf verschiedenen Stationen vermittelt – und noch viel mehr.

Volker Schneider vom Kreis erläutert das Erfolgskonzept: „Es muss ihnen Spaß machen, sie sollen aktiv dabei sein und nicht nur zuhören.“ Das sagt einiges. Auch Hans-Peter Bernshausen will nicht mit besagten Zeigefinger arbeiten. Er hat als Suchtberater täglich mit den Folgen zu tun, wenn junge Menschen schon früh zu Nikotin und Alkohol greifen, er ist Suchtberater bei der Diakonie. Bernshausen ist es primär wichtig, dass Betroffene ein „geordnetes Verhältnis zu diesen Genussmitteln bekommen“. Am besten ist es natürlich, dass die Heranwachsenden erst gar nicht zu Kippe und Alkohol greifen. Auch dafür rollt der Parcours durch die Republik. Stets mit an Bord ist die so genannte Rauschbrille, die für einige Wittgensteiner Jugendliche nicht ganz neu ist. Mit dem Gerät können sich die Nutzer in einen Zustand versetzen, der ihnen einen Alkoholpegel zwischen 0,8 und 1,5 Promille suggeriert. Neu waren garantiert die Quiz- und Wissenfragen, die teilweise nur im Team zu lösen waren. Zusätzlich sind der Mannschaft um Ingrid Schmitt noch weitere Punkte wichtig: „Die Jugendlichen sollen sich auf dem Parcours mit ihrem persönliches Genuss- und Konsumverhalten auseinandersetzen. Parallel dazu bauen wir Schutzmechanismen zur Förderung des Nichtrauchens und bauen einen kritischen Umgang mit Alkohol auf“, erläutert Ingrid Schmitt.

Der Mitmachparcours dürfte seine Wirkung im Bad Berleburger Bürgerhaus wohl kaum verfehlen. Generelle Umfragen ergaben folgendes Bild: Über 80 Prozent der in Deutschland befragten Schüler gaben an, nach dem Parcours die Folgen von Tabak- und Alkoholkonsum besser einschätzen zu können.