Mit Hippy-Programm fit für die Schule

Bad Berleburg..  Der erste und wichtigste Lernort für Kinder ist die Familie – so steht es auch auf dem Info-Flyer, den die Impuls Deutschland gGmbH-Frühe Bildung in der Familie, zum Lernprogramm Hippy herausgegeben hat. Was Hippy ist bzw. umfasst, können Heike Schüssler, Einrichtungsleiterin des AWO-Familienzentrums Berliner Straße, und Sozialpädagogin Martina Holzem (CJD Wittgenstein) erklären. Die beiden Fachkräfte haben sich nämlich zu zertifizierten Koordinatorinnen ausbilden lassen. „Hippy ist ein kindergartenergänzendes Hausbesuchsprogramm für Familien mit Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren.“ Ein Novum in Wittgensteins Kitas und nicht nur für ausländische Familien gedacht, sondern für alle Kinder mit Lern- oder Sprachschwierigkeiten.

Zweimal 30 Wochen

Die Dauer des Programmdurchlaufs umfasst zweimal 30 Wochen innerhalb von zwei Jahren. Optimal sei, wenn die zwei Jahre vor Einschulungsbeginn dafür genutzt würden. Für die erste Gruppe ist die Zeit verkürzt, „weil wir nach einem Jahr Planung nun im Januar starten“, manche sind nur ein halbes Jahr dabei und die anderen eineinhalb Jahre. Die Ziele sind trotzdem gleich: Gute Vorbereitung der Kinder auf die Schule, Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung und Unterstützung von Müttern, Vätern bzw. der jeweiligen Erziehungspersonen zum Beispiel in Entwicklungs- und Erziehungsfragen.

Damit das Ganze funktioniert, werden aber neben einem Kooperationspartner, in diesem Fall das CJD Wittgenstein, auch geschulte Hausbesucherinnen, Eltern aus der gleichen Kita, gebraucht. „Sie sollen nicht unsere Arbeit machen“, so Heike Schüssler, „sondern uns unterstützen, sozusagen eine Hilfe von Müttern für Mütter.“ Zudem findet ein wöchentlicher Wechsel von Hausbesuchen und Gruppentreffen statt.

Das Lernprogramm

Als Lernmethode steht das Rollenspiel im Vordergrund und ein „Bären“-Buch inklusive zahlreicher Arbeitshefte im Mittelpunkt. Einmal pro Woche kommt die Hausbesucherin und arbeitet mit der Mutter ein neues Heft durch, die sich dann wiederum täglich mit ihrem Kind damit beschäftigt. „Höchstens 15 bis 20 Minuten“, erklärt Martina Holzem. Wichtig sei: Mutter und Kind sollen in Kommunikation treten und sich auf diese feste Tageszeit, die etwas Besonderes sein soll, freuen.

Erfreulich sei auch: Die Teilnahme ist bisher durch Anschubfinanzierung von Aktion Mensch kostenlos. „Wir hoffen auf weitere finanzielle Unterstützung, denn Ausgaben in Form von Mindestlohn für die Hausbesucherinnen und das Arbeitsmaterial bleiben ja weiterhin“, so die Koordinatorinnen.